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Tatrekonstruktion: Beamte bleiben bei "Notwehr"

27.08.2009 | 12:20 |  (DiePresse.com)

Nach dem tödlichen Schuss auf einen 14-jährigen mutmaßlichen Einbrecher wurde der Vorfall am Mittwochabend nachgestellt. Gutachten sollen in wenigen Wochen endgültig klären, was vor drei Wochen passiert ist.

Etwa dreieinhalb Stunden dauerte die gerichtlich angeordnete Rekonstruktion des Vorfalls im Merkur-Markt in Krems, bei dem der 14-jährige Florian P. vor rund drei Wochen von der Polizei erschossen wurde. Ein inzwischen 17-Jähriger mutmaßlicher Komplize erlitt Oberschenkeldurchschüsse.

Die Tatrekonstruktion sollte Klarheit darüber bringen, was genau sich vor inzwischen mehr als drei Wochen in der Filiale des Supermarktes abgespielt hat. Die beiden Polizisten sagten bisher aus, die maskierten Einbrecher, infolge ihrer Vermummung nicht als Jugendliche erkennbar, wären im Begriff gewesen, auf sie, die Beamten, loszugehen. Der schwer verletzte mutmaßliche Einbrecher R. hatte ausgesagt, er und Florian P. hätten sich bereits auf der Flucht befunden, als die Schüsse fielen.

Beamten bleiben bei Notwehr

Alle Beteiligten seien "bei dem geblieben, was sie bisher schon gesagt haben", teilte der Korneuburger Staatsanwalt Friedrich Köhl am Donnerstag mit. Drei Sachverständige - ein Mediziner, ein Schießtechniker und ein Chemiker - sollen in den kommenden Wochen ihre Gutachten abliefern. Dabei geht es etwa um Schusswinkelberechnungen oder um die Untersuchung von Schmauchspuren, aus denen man auf die Schussdistanz schließen kann.

Für die Rekonstruktion wurden exakt jene Bedingungen hergestellt, wie sie in der fraglichen Nacht, als die Schüsse fielen, geherrscht hatten. Das heißt, auch die Beleuchtung im Supermarkt wurde so geschaltet, wie sie damals war. Zuvor waren die Fenster und die Eingangstür des Supermarkts abgeklebt worden. Mit Laserstrahlen wurden die Schussbahnen nachvollzogen.

Polizisten und Einbrecher stellten Sichtweise dar

Die Tatrekonstruktion fand plangemäß am Mittwochabend um 21:30 Uhr statt. Der Parkplatz vor der Filiale wurde gesperrt. Ab 20:40 Uhr trafen Vertreter des Gerichtes und der Polizei, die bestellten Sachverständigen, Rechtsvertreter und die beiden Beamten ein, die sich in einem gegen Blicke von außen geschützten Wagen befanden. Der 17-jährige, der in U-Haft ist, wurde um 21:20 Uhr in einem Auto der Justizwache vorgeführt. Im Anschluss an die Tatrekonstruktion gab es noch keine Stellungnahmen.
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Bei der Tatrekonstruktion dürfte zunächst der 17-Jährige seine Sicht der Dinge dargestellt haben. Er wurde nämlich bereits gegen 23:15 Uhr wieder zurück in die Justizanstalt Krems gebracht. Die beiden Polizisten dürften im Anschluss an den 17-Jährigen bei der Rekonstruktion am Zug gewesen sein.


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