Im Fall des erschossenen 14-jährigen mutmaßlichen Einbrechers könnten die Burschen die Harke bzw. den Schrauberzieher, mit denen sie die Polizisten bedroht haben sollen, am Ende möglicherweise gar nicht mehr in der Hand gehabt haben. Diese Werkzeuge sollen laut einem Bericht von ORF NÖ eingesteckt bei den Jugendlichen entdeckt worden sein - in einer Pullovertasche und unter einer Jacke.
Karl Schober, der Leiter der Korneuburger Anklagebehörde, bestätigte das am Donnerstagnachmittag gegenüber der APA insofern, als sich beim umgekommenen 14-Jährigen ein Werkzeug "in Körpernähe" des Jugendlichen befunden habe. Er könne nicht sagen, "ob er sie unmittelbar vor der Schussabgabe eingesteckt hat oder nicht", so Schober. Dasselbe gelte für den 17-Jährigen.
Als "Interpretationen" bezeichnete Schober den Widerspruch zwischen der Aussage des Polizisten, der den tödlichen Schuss abgegeben hatte, und den Gutachten: Ob tatsächlich eine Notwehrsituation gegeben war, werde noch ermittelt, meinte Schober. Der Behördenleiter kündigte eine neuerliche Einvernahme des Schützen an.
Polizei: Kein Handlungsbedarf
Das Landespolizeikommando Niederösterreich sieht nach Bekanntwerden der die Beamten belastenden Gutachten "derzeit keinen Handlungsbedarf". Wie Oberstleutnant Roland Scherscher am Donnerstag erklärte, versehen der Beamte, der den tödlichen Schuss abgeben hat, und seine Kollegin bis auf weiteres ihren Dienst.
Die beiden wurden laut Scherscher bereits unmittelbar nach dem tödlichen Zwischenfall von ihrem bisherigen Einsatzort Krems abgezogen und verrichten seither Innendienst. Nach wie vor werden sie "fallweise und bei Bedarf" psychologisch betreut, sagte der Behördensprecher.