Ein gröberer Unfug ist schwer vorstellbar. Auch zwei Jahre nach dem Fall der Schengengrenzen wird der Assistenzeinsatz des Bundesheeres, der ursprünglich ebendiese Grenzen schützen sollte, unbeirrt fortgesetzt. Weiterhin werden Grundwehrdiener ins Grenzgebiet geschickt, um dort – ja, was eigentlich zu machen? Illegale Grenzgänger gibt es nicht mehr aufzuhalten, Kriminelle dürfen sie nicht fangen. Einzig Beobachtungen an die Polizei weiterzuleiten ist erlaubt: da ein offenes Fenster, dort eine verdächtig aussehende Gestalt.
Der Grenzeinsatz ist zur sicherheitspolitischen Folklore degeneriert. Die Bevölkerung glaubt an eine Wirkung, also wird der Einsatz fortgesetzt – unabhängig davon, ob er tatsächlich etwas bringt. Bezeichnend, dass ein Evaluierungsbericht unter Verschluss gehalten wird.
Unterdessen werden die tatsächlichen Probleme ignoriert. Kriminaltouristen können den gelangweilt herumspazierenden Grenzsoldaten freundlich zuwinken, wenn sie unbehelligt auf Einbruchstour nach Wien und mit der Beute wieder zurückfahren. Wenn man schon glaubt, dass sich Einbrecher von Soldaten abschrecken lassen, müsste man diese österreichweit postieren. Es gibt aber eine sinnvollere Alternative: Man nehme die 22 Millionen Euro, die der Assistenzeinsatz verschlingt, und rüste damit die Kriminalpolizei auf. Das brächte tatsächliche Erfolge bei der Verbrechensbekämpfung. (Bericht: Seite 11)
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