Der Gemeinderat von Vordernberg (Bezirk Leoben) hat am Donnerstag den Weg für das geplante Schubhaftzentrum frei gemacht. Es wurde die nötige Änderung des Flächenwidmungsplanes beschlossen, eine endgültig Entscheidung über den Standort des Schubhaftzentrums soll es aber erst Anfang Dezember geben. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) begrüßte ausdrücklich den Entschluss des Gemeinderats. Sollte das Land Steiermark seine Zustimmung geben, werde das "Kompetenzzentrum für aufenthaltsbeendende Maßnahmen" dort errichtet. Vordernberg habe sich in den vorbereitenden Gesprächen als konsequenter und verlässlicher Partner erwiesen, erklärte Fekters Sprecher.
Sollte das Schubhaftzentrum tatsächlich in Vordernberg entstehen, würde das ebenfalls geplante dritte Erstaufnahmezentrum nicht in der Steiermark errichtet werden. Neben Traiskirchen in Niederösterreich und Thalham in Oberösterreich soll in einem südlichen Bundesland ein drittes Erstaufnahmezentrum errichtet werden.
Die für den Bau nötigen Änderungen im Flächenwidmungsplan wurden mit den Stimmen der SPÖ und ÖVP beschlossen, die FPÖ stimmte dagegen. Bei der Gemeinderatssitzung wurden außerdem die schriftlichen Einwände von Anrainern gegen das Schubhaftzentrum behandelt. Gegen das Projekt waren neun Einsprüche eingebracht worden.
39 Prozent weniger Einwohner
Bürgermeister Walter Hubner nennt als Grund für die Bewerbung die wirtschaftliche Misere der Gemeinde. Vordernberg sei die österreichische Gemeinde mit dem größten Bevölkerungsverlust, von 1991 auf 2009 sei die Einwohnerzahl von 1832 auf 1110 um 39 Prozent geschrumpft. Früher haben am Erzberg 250 Vordernberger gearbeitet, heute sei es noch einer, begründet Hubner den Vorstoß. Laut Studie könne man sich vom Schubhaftzentrum 146 Arbeitsplätze erwarten.
