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Erhebliche Lawinengefahr in weiten Landesteilen

09.02.2010 | 10:10 |  (DiePresse.com)

Von Vorarlberg bis Niederösterreich gilt auch am Dienstag Lawinenwarnstufe drei ("erheblich"). Einzelne Skifahrer können Lawinen auslösen.

Die Lawinenwarnstufe in den heimischen Bergen bleibt am Dienstag großteils unverändert auf Stufe drei ("erheblich") - und das von Vorarlberg bis Niederösterreich.

In Tirol geht die Hauptgefahr von Triebschneeansammlungen aus, die mit der schwach verfestigten Altschneedecke nur schlecht verbunden sind, sagt der Lawinenwarndienst. Im Tagesverlauf steige die Gefahr durch "Selbstauslösungen von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen".

Gefahrenstellen liegen in Steilhängen oberhalb von etwa 1800 Metern Höhe, bevorzugt in den Expositionen West über Nord bis Südost. Das Erkennen der Gefahrenstellen erfordert Erfahrung in der Beurteilung der Lawinensituation, hieß es. Ein einzelner Wintersportler reiche aus, um ein Schneebrett auszulösen.

Unverändert sei die Altschneedecke weitgehend "bindungslos". Auf diesem lockeren und störanfälligen Fundament liege zumeist Neu- und Triebschnee, der eine schlechte Verbindung mit der Altschneeoberfläche aufweise.

Tägliche Lawinen in Vorarlberg

Auch in Vorarlberg gilt die Lawinengefahr oberhalb von 1800 Metern als erheblich (Stufe 3 auf der fünfstufigen Gefahrenskala). Schneebrettauslösungen waren laut Lawinenwarndienst immer noch durch einzelne Personen möglich, unerfahrene Wintersportler sollten die gesicherten Pisten nicht verlassen.

Die heikle Lawinensituation in den Vorarlberger Skigebieten zeigte sich am Montag mit einem weiteren Lawinenabgang in Silbertal (Bezirk Bludenz), bei dem aber glücklicherweise niemand verschüttet wurde. Außer am vergangenen Freitag ist in Vorarlberg seit 2. Februar täglich mindestens eine Lawine abgegangen.

Sbg.: Gefahrenstellen schwer zu erkennen

In ganz Salzburg sowie in der Obersteiermark herrschte am Dienstag erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Trotz klarem Schönwetter waren die Gefahrenstellen meist sehr schwer zu erkennen: Seit Samstag sind im Land Salzburg verbreitet 20 Zentimeter Neuschnee gefallen, in den Hohen Tauern lokal über einen halben Meter. Dieser Neuschnee verdeckt häufig ältere Einwehungen.

Schneebretter können bereits bei geringer Belastung brechen, meldete der Lawinenwarndienst des Amtes der Salzburger Landesregierung. Generell kritisch waren steile Rinnen, Gräben und steile Schattenhänge, aber auch Triebschnee im lichten Hochwald und kammferne Geländekanten.

Steiermark: Entspannung im Süden

In der Obersteiermark herrschte nördlich der Mur-Mürz-Furche laut Lawinenwarndienst am Dienstag weiterhin Warnstufe drei, also erhebliche Lawinengefahr. In den südlich davon gelegenen Landesteilen gab es Warnstufe zwei, also mäßige Gefahr. Über den meisten Gipfeln des Oberlandes wurde strahlend-sonniges Bergwetter gemeldet, was Freizeitsportler zu Touren bzw. Fahrten im freien Skigelände verlocken könnte.

OÖ: Selbstauslösung von Lawinen

In Oberösterreich berichtete der Landeswarndienst von einer weiterhin erheblichen Schneebrettgefahr und einem allgemein schlechten Schneedeckenaufbau. Daher gelte weiterhin Warnstufe drei. Durch die starke Sonneneinstrahlung seien Selbstauslösungen von Lawinen zu erwarten, so die Experten. Nach den für Mittwoch prognostizierten Niederschlägen wurden für Donnerstag bis zu 20 Zentimeter Neuschnee vorausgesagt.

NÖ: Tourengeher stärker gefährdet

Perfektes Bergwetter, aber unverändert erhebliche Schneebrettgefahr hat der Lawinenwarndienst am Dienstag für Niederösterreich vermeldet. Neben den Ybbstaler Alpen und dem Rax-Schneeberggebiet galt auch für die Türnitzer Alpen wieder Warnstufe 3 auf der fünfteiligen Skala. Im Tourenbereich werde sogar ein leichter Anstieg der Lawinengefahr erwartet, so die Prognose.

Der niederösterreichische Warndienst wies insbesondere darauf hin, dass die Gefahrenstellen in diesem Winter aufgrund des schlechten Schneedeckenaufbaues flächig ausgeprägt seien. Trotz des schönen Wetters seien weiterhin lawinenkundliches Beurteilungsvermögen und Zurückhaltung im Gelände angeraten. Mit der Erwärmung am Dienstag seien spontane Lawinen in Hochlagen ebenso in den tiefen Lagen aus Gras- und Wiesenhängen möglich. Auch aus steilen Böschungen würden kleine Rutsche erwartet.


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