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Amstetten: Das Kellerverlies als Todesfalle

07.08.2008 | 13:45 |  (DiePresse.com)

Im Fall, dass Josef F. gestorben wäre, wären die Eingesperrten im Keller verhungert. Die Tür wäre nicht automatisch aufgegangen, ergibt ein Gutachten. Das berichtet das Magazin "News".

Ein gerichtliches Gutachten zum Inzestfall in Amstetten belastet den Angeklagten Josef F. schwer: Entgegen seiner Darstellung hätte sich die Tür zum Kellerverlies nicht automatisch geöffnet, wenn er mehrere Tage nicht aufgetaucht oder gestorben wäre. Die Tür hätte sich nur durch eine Fernbedienung und einen Schalter außerhalb des Verlieses öffnen lassen, berichtet das Magazin "News" unter Berufung auf ein elektrotechnisches Gutachten. Von der zuständigen Staatsanwaltschaft St. Pölten wurden zu den vorliegenden technischen Expertisen keine näheren Angaben gemacht.

Gerhard Sedlacek, Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, meinte, dass in dem Verlies keine weiteren Räume gefunden worden seien. Näheres zum Inhalt aus den vorliegenden technischen Gutachten wurden unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht bekanntgegeben.

Keine Türautomatik, keine Lüftung

"News" berichtete davon, dass "die Tür zum Gefängnis [...] lediglich per (Josef F.'s) Fernsteuerung oder mittels eines außerhalb des Bunkers angebrachten Schalters an der Wand zu öffnen" gewesen sei. Von innen habe dazu keine entsprechende Vorkehrung bestanden. "Vollends widerlegt" werde laut "News" auch "die Behauptung" des Verdächtigen, "das Tor hätte sich im Falle einer längerfristigen Abwesenheit von ihm, also nach Ablauf einer bestimmten Zeit, automatisch geöffnet". Es hätten sich "keinerlei Hinweise auf einen entsprechenden Schaltmechanismus" gefunden, so das Magazin unter Berufung auf den zuständigen Gutachter.

Unter Berufung auf einen Lüftungstechniker berichtete "News", dass sich in dem Verlies zwar ein kleiner Ventilator befunden habe, der dem Abzug von Küchendämpfen und Feuchtigkeit gedient habe, allerdings in mangelhaftem Maße. "Die Versorgung mit Frischluft für die Gefangenen sei daher hauptsächlich über undichte Stellen im Gemäuer erfolgt". Die Opfer hätten sich dem Magazin zufolge "ständig in einer stickigen Atmosphäre" aufgehalten.

Die Stromleitungen, die der 73-Jährige in dem Verlies verlegt haben soll, seien laut News "dilettantisch installiert worden". Jederzeit habe die Gefahr eines Kurzschlusses bestanden, "der letztlich sogar einen Kabelbrand hätte auslösen können", so das Magazin.


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