Österreichs erste Moschee feiert ihren 30. Geburtstag: Am 20. November 1979, dem Neujahrstag des islamischen Kalenderjahres, wurde beim Hubertusdamm in Wien-Floridsdorf das Bauwerk mit seinem 32 Meter hohen Minarett feierlich eröffnet. Die Moschee ist Teil des dort eingerichteten Islamischen Zentrums. An der Eröffnung hatten unter anderen Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) teilgenommen. Bis heute ist sie die einzige Moschee in Wien - neben rund 45 islamischen Gebetsstätten..
Der Grundstein für das Islamische Zentrum, das von einer eigenen Stiftung verwaltet wird, wurde bereits 1968 von den Botschaftern acht islamischer Staaten gelegt. Jahrelang geschah dann aber aus Geldmangel gar nichts. Erst die Spende des saudi-arabischen Königs Daisal Bin Abdul Aziz brachte 1975 die Bauarbeiten an der Moschee mit einem Kuppeldurchmesser von 20 Metern wieder ins Rollen. Die Ausschreibung für deren Errichtung gewann der damals noch unbekannte Wiener Baumeister Richard Lugner, der daraufhin seine Lastwagen mit der Aufschrift "Wir bauen nicht nur Moscheen" schmückte.
Kontroverse um Muezzin
2003 entspann sich eine Kontroverse um den täglichen Ruf des Muezzins am Ufer des Entlastungsgerinnes. Hatte dieser jahrelang nur zum Freitagsgebet gerufen, erschallte der Ruf seit Mitte des Jahres dreimal täglich. Dies rief Proteste der Anrainer hervor. Mittlerweile hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt: Seither ruft der Muezzin leiser.
Bis zu 1500 Menschen finden sich an Freitagen in der Moschee ein, der auch eine Koranschule angeschlossen ist. Daneben existieren in Wien rund 45 Gebetsstätten, deren größte nicht mehr als 500 Personen fasst.