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Gegen schwule "Lebensweise": Pfarrer geht

10.04.2012 | 07:50 |  (Die Presse)

Gerhard Swierzek will nicht mit dem homosexuellen Pfarrgemeinderat Stangl zusammenarbeiten und die Pfarre Stützenhofen abgeben. In Sünde zu leben dürfe nicht Norm sein, sagt der Pfarrer von Stützenhofen.

Stützenhofen/Apa. Kein Osterfriede in der katholischen Kirche. Nachdem der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn einen homosexuellen Pfarrgemeinderat im niederösterreichischen Stützenhofen (Bezirk Mistelbach) akzeptiert hat, will der dortige Pfarrer die Gemeinde nun abgeben. Er werde Kardinal Christoph Schönborn bitten, auf diese Pfarre verzichten zu dürfen, sagte Gerhard Swierzek.

Entzündet hatte sich der Konflikt in der Pfarre Stützenhofen an der Wahl des 26-jährigen Florian Stangl in den Pfarrgemeinderat. Obwohl Stangl Mitte März rund 80 Prozent der Stimmen erhielt, lehnte Pfarrer Swierzek die Wahl ab und begründete dies mit der „Lebensweise“ des Mannes: Er ist homosexuell und lebt mit seinem Lebensgefährten in einer eingetragenen Partnerschaft. Schönborn korrigierte die Entscheidung allerdings Ende März und meinte, Stangl habe ihn bei einem persönlichen Treffen mit seiner „gläubigen Haltung, seiner Bescheidenheit und seiner gelebten Dienstbereitschaft sehr beeindruckt“.

Swierzek will daraus nun Konsequenzen ziehen und die Pfarre abgeben. Es mache ihn traurig, dass es in der Causa bis heute für ihn als zuständigen Pfarrer noch keine persönliche Begegnung mit Schönborn gegeben habe, sagte der konservative Geistliche. Er könne nicht in einer Pfarre tätig sein, deren Mitglieder recht haben wollen. Seine anderen beiden Gemeinden will er aber weiter betreuen. Es gehe ihm keineswegs um Intoleranz gegenüber dem 26-Jährigen, der etwa jahrelang im Chor mitgesungen habe. Aber in Sünde zu leben dürfe nicht die Norm sein, und es sei Aufgabe eines Priesters, einen Sünder zur Umkehr zu bewegen, betonte Swierzek.

 

Gegen Papst und Kardinal

Helmut Schüller, Sprecher der liberalen Pfarrerinitiative, meldete sich am Osterwochenende ebenfalls zu Wort. Zuvor hatten Papst BenediktXVI. und Kardinal Schönborn ihn aufgefordert, seinen „Aufruf zum Ungehorsam“ zurückzunehmen. Schüller lehnte das am Ostermontag ab.


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