diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech & Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum      Vollansicht

Artikel drucken

Mexiko: Zu wenige Aids-Medikamente für Kinder

06.08.2008 | 18:49 |  (Die Presse)

270.000 Kinder sind im Vorjahr an Aids gestorben. Für die Pharma-Industrie ist die Entwicklung von speziellen Medikamenten nicht interessant. Experten warnen vor Abwanderung von Forschern aus Entwicklungsländern.

Mexiko-Stadt (ag, red.). 270.000 Kinder sind im Vorjahr an Aids gestorben, weil es zu wenige spezielle Aids-Medikamente für sie gibt. Daher forderte die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) bei der derzeit laufenden 17. Aids-Konferenz in Mexiko Stadt eine angepasste Therapie. „In den entwickelten Ländern werden so wenige Kinder mit HIV geboren, dass die Forschung an Kindermedikamenten für Pharmaunternehmen keine Priorität hat“, beklagte Karen Day, pharmazeutische Koordinatorin der MSF-Medikamentenkampagne.

Zudem warnten Experten vor einer Abwanderung medizinischer Fachkräfte aus Entwicklungsländern, die in den Industriestaaten bessere Verdienstmöglichkeiten vorfinden würden.

Die rund 22.000 Teilnehmer, unter die sich auch Prominente wie der frühere US-Präsident Bill Clinton und die Sängerin Annie Lennox mischten, wollen die Aufmerksamkeit vor allem auf die Situation in den Entwicklungsländern lenken, in denen etwa 90 Prozent der geschätzten 33 Millionen HIV-Positiven der Welt leben.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte die reichen Staaten auf, die Zusagen der Vereinten Nationen und der G8 einzuhalten und bis 2010 einen allgemeinen Zugang zu Medikamenten zu ermöglichen. Dieses Ziel könne, so Pedro Cahn, Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft, zwar kaum eingehalten werden, aber man müsse es versuchen.

 

Prävention versagt

Der Direktor des Programms UNAIDS, Peter Piot, erklärte, ein Ende der Epidemie sei „nirgends in Sicht“. Wissenschaftler kommen in einer Analyse für das Medizinmagazin „The Lancet“ sogar zum Schluss, dass 90 Prozent der gefährdeten Menschen weltweit von den wichtigsten Präventionsprogrammen nicht erreicht würden und die Vorbeugung somit auf breiter Front versage.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech & Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum      Vollansicht

© DiePresse.com