Viren sind keine sympathischen Wesen, sie vermehren sich in uns, auf unsere Kosten. Wie stark sie uns dabei schädigen, ist höchst unterschiedlich: Es gibt grimmige Virenkrankheiten wie Aids oder Ebola und milde wie Schnupfen. Die Schweinegrippe ist trotz ihres unsympathischen Namens derzeit keine sonderlich aggressive Form der Grippe: Sie tötet selten. In einem verarmten Land wie der Ukraine würde eine „normale“ Grippewelle wohl nicht weniger Opfer fordern, freilich weniger Medienaufmerksamkeit. Das Wichtigste für Grippekranke ist, dass sie sich in einem warmen Bett auskurieren können; es ist eine Schande, dass in einem europäischen Land das Gesundheits- und Sozialsystem so desolat ist, dass sich viele Menschen das nicht leisten können.Impfaktionen greifen dort wohl kaum.
Wie sinnvoll sind sie bei uns? Gegner wie Befürworter ereifern sich. Man kann sie beide beruhigen: Man ist kein Opfer eines „Schwindels“, wenn man sich impfen lässt; es ist aber auch kein schwerer Fehler, es zu unterlassen. Grippeimpfungen sind aufgrund der unsteten Natur der Erreger keine sensationelle Erfolgsgeschichte. Bedenklich wäre aber, wenn die Skepsis gegen Impfungen im Allgemeinen weiter steigen würde: Viele einst wütende Krankheiten wie Pocken, Kinderlähmung und Tollwut konnten durch (fast) vollständige Impfung der Bevölkerung (fast) ausgerottet werden. Comebacks sind nicht wünschenswert.