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H1N1-Virus grassiert weiter

03.11.2009 | 18:47 | STEFFEN ARORA (Die Presse)

Tirol mit 20 Neuerkrankungen Spitzenreiter. Patienten in Spitälern stabil.

INNSBRUCk. Am Mittwochmorgen öffnet die Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Lienz (Osttirol), die wegen 26 H1N1-Verdachtsfällen eine Woche lang den Unterricht eingestellt hat, wieder ihre Pforten. Wie viele seiner Schüler tatsächlich am Virus erkrankt sind, weiß Direktor Alfred Hanser nicht: „Bei drei Schülern und einer Mitarbeiterin wurde der Virus nachgewiesen.“ Osttirol ist bundesweit Spitzenreiter beim H1N1-Virus. Bislang wurden aus dem Bezirk 43 Erkrankungen gemeldet. Mit insgesamt 81 Neuinfizierten seit Anfang Oktober ist Tirol das am schwersten betroffene Bundesland. Allein am Dienstag wurden 20 neue Fälle gemeldet, davon 15 in Osttirol.

Doch alle Erkrankungen verliefen bisher ohne Komplikationen. Betroffenheit herrscht im Land jedoch angesichts des Todes jener elfjährigen Südtirolerin, die auf Grund einer „Superinfektion“ – neben dem viralen Grippeinfekt kam bei dem Mädchen ein bakterieller Infekt hinzu – am Montagabend an der Innsbrucker Klinik verstorben ist.

In Klagenfurt musste am Dienstag eine ganze Berufsschulklasse für eine Woche gesperrt werden. Grund dafür sind zwei nachweislich mit H1N1 infizierte Schüler sowie zusätzliche acht Verdachtsfälle. Man habe mit der einwöchigen Sperre der Empfehlung des Amtsarztes Rechnung getragen, hieß es seitens der Direktion.

Zwei Patienten befinden sich in Österreich derzeit noch in intensivmedizinischer Behandlung. Ein 41-jähriger Bayer, der in Salzburg im künstlichen Tiefschlaf liegt, dessen Zustand sich jedoch bereits gebessert hat. Sowie eine schwangere Patientin im Wiener Hanusch-Krankenhaus, deren Zustand die behandelnden Ärzte ebenfalls als stabil bezeichnen.

Seitens des Gesundheitsministeriums werden derzeit keine neuen Impfempfehlungen ausgegeben. Allein die in Gesundheitsberufen Tätigen ersucht Minister Alois Stöger, sich impfen zu lassen. Denn bisher machte diese Berufsgruppe nur sehr zögerlich von der Impfmöglichkeit Gebrauch.

Dafür fand der Ministerrat am Dienstag eine sinnvolle Verwendung für einen Teil der einst unter der ehemaligen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat angekauften Grippeschutzmasken. Knapp 500.000 Stück davon werden kostenfrei in die Ukraine transportiert, wo derzeit H1N1-Alarm herrscht.


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