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Schweinegrippe: Kleinkinder erkranken schwer

04.11.2009 | 18:20 |  (Die Presse)

Eine neue US-Studie zeigt: Kinder müssen am häufigsten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

WIEN (tes). Die Chance, bei einer Infektion mit der Neuen Grippe (auch: Schweinegrippe) ins Krankenhaus zu müssen, ist bei Kleinkindern größer als bei Erwachsenen. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie, die jene 1088 Fälle untersucht hat, die in den ersten 16 Wochen ab Ausbruch der Krankheit am 23. April im US-Bundesstaat Kalifornien im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Rund ein Drittel der Erkrankten war jünger als 18 Jahre. Und: Das höchste Risiko, mit einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus zu müssen, hatten Babys unter zwei Monaten – die übrigens gar nicht geimpft werden können. Allerdings war die Sterblichkeitsrate bei Kindern niedriger als bei Erwachsenen, am höchsten war sie bei den über 50-Jährigen mit 19 Prozent. Insgesamt starben 118 der 1088 im Krankenhaus behandelten Patienten (elf Prozent). Die meisten Patienten hatten Risikofaktoren für schwere Verläufe einer Influenza, etwa Adipositas, HerzKreislauf- oder Lungenleiden. Fast ein Drittel aller Patienten war so krank, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden mussten. Die häufigsten Todesursachen: Lungenentzündungen und akutes Atemnotsyndrom (JAMA, 302, S. 1896).

 

„Impfung für Eltern ratsam“

Gerade starker Reizhusten ist auch ein charakteristisches Symptom der Neuen Grippe, sagt Wilhelm Sedlak, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Mitglied des Oberstes Sanitätsrates. Dazu kommen übliche Grippesymptome wie hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Muskel-, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei starken Symptomen rät Sedlak, den Hausarzt zu kontaktieren. „Am besten einen Termin ausmachen, damit man im Fall des Falles nicht die übrigen Patienten im Wartezimmer ansteckt.“ Behandelt werde die Neue Grippe auf übliche Weise: „Das Wichtigste ist Bettruhe. Dazu viel Flüssigkeit, Wadenwickel, Brust einschmieren und Hustensaft verabreichen.“ Die Entscheidung für ein antivirales Medikament treffe der Arzt. Die Schwierigkeit dabei: der manchmal anfangs milde Verlauf. „Mit antiviralen Medikamenten muss man in den ersten zwei Tagen beginnen – das erfordert Fingerspitzengefühl.“ Tests auf H1N1 führen Hausärzte nicht durch – und auch Krankenhäuser nur bei begründetem Verdacht.

Gerade im Hinblick auf Kinder rät Sedlak – er ist ist auch Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer – zur Impfung. „Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich, sondern auch andere.“


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