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Elf Leichen im Hinterhof: Kritik an US-Polizei

05.11.2009 | 11:10 |  (DiePresse.com)

Die Polizei in Cleveland sah regelmäßig beim Haus des verurteilten Vergewaltigers vorbei, in dem nun die Überreste von elf Mordopfern gefunden wurden. Die Beamten habe nicht nach Vermissten gesucht, heißt es.

Die Zahl der Zahl der Toten, die im Haus und im Hof eines verurteilten Sexualstraftäters in Cleveland gefunden worden sind, ist auf elf gestiegen: Ein Schädel, der im Keller gefunden wurde, konnte nicht zu den zehn anderen Körpern zugeordnet werden. Indes wird Kritik an der Polizei laut: Die Behörden hätten Vermisstenmeldungen ignoriert, kritisierten Einwohner. "Sie haben uns gesagt, wir sollten nach Hause gehen, und sobald sie keine Drogen mehr habe, würde sie wieder auftauchen", sagte Markiesha Carmichael-Jacobs, deren Mutter im November verschwand.

Die 53-jährige Drogenabhängige wurde am Mittwoch als eines der Opfer identifiziert. Ihre sterblichen Überreste seien im Hinterhof des Hauses ausgegraben worden, offenbar sei sie erwürgt worden, erklärte die Polizei. Nach Angaben der Gerichtsmedizin des Bezirks Cuyahoga wurden bisher die sterblichen Überreste von elf Menschen gefunden.

Vermisstenmeldungen ignoriert?

Einige Einwohner mutmaßen, die Polizei sei Vermisstenmeldungen nicht nachgegangen, weil die Frauen ohnehin aus der Stadt stammten - oder weil sie schwarz waren. Judy Martin sagte, die Angehörigen seien nicht ernst genommen worden, weil es um Menschen am unteren Rand der Gesellschaft gegangen sei. Er fürchte, dass das Viertel "vergessen wurde", sagte der Geistliche Rodney Maiden.

In dem Stadtteil gibt es etliche Drogenabhängige und leerstehende Häuser. Er sei aber keinesfalls verwahrlost, sondern ein ganz normales Wohnviertel, sagte Zach Reed. Seine Mutter lebt ein paar Straßen von dem 50-jährigen Anthony Sowell entfernt, der vor den Leichenfunden bereits einmal wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt wurde. "Wie konnte jemand damit in einem Wohnviertel davonkommen?"

Grillparty für die Nachbarn

Da der Verdächtige bereits als Sexualstraftäter aktenkundig war, musste er sich regelmäßig bei der Polizei melden. Die Beamten waren nicht berechtigt, sein Haus zu betreten, sahen aber in Abständen nach, ob er noch dort wohnte. Der 50-Jährige sei immer freundlich gewesen und habe einmal eine Grillparty für die Nachbarn veranstaltet, sagte Bess Fawcett, der ein Restaurant gegenüber von dessen Haus betreibt. Sowell muss bei einer Verurteilung mit der Todesstrafe rechnen.


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