Piraten haben im Indischen Ozean einen spanischen Fischtrawler entführt und 36 Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen. 13 bewaffnete Seeräuber hatten das Schiff rund 650 Kilometer vor der Küste Somalias überfallen und in ihre Gewalt gebracht. Der Anführer drohte der Besatzung nach spanischen Medienberichten vom Sonntag eine "harte Strafe" an, weil die Fischer in somalischen Gewässern illegal ihre Netze ausgeworfen hätten.
Der Trawler "Alakrana" gehört einer baskischen Reederei und befand sich auf Thunfischfang. 16 Besatzungsmitglieder sind Spanier. Sie durften über Funk mit ihren Familien sprechen und versicherten: "Die Lage an Bord ist gut." Flugzeuge der EU-Mission "Atalanta" orteten das Schiff. Eine spanische Fregatte nahm Kurs auf das Gebiet, um zu verhindern, dass die Piraten ihre Geiseln auf das Festland verschleppen.
Spanische Fischereiunternehmen hatten die Regierung in Madrid kürzlich aufgefordert, ihre Schiffe im Indischen Ozean von Marinesoldaten an Bord schützen zu lassen. Einen entsprechenden Antrag mehrerer Parteien lehnte das Parlament vor knapp zwei Wochen jedoch mit den Stimmen der regierenden Sozialisten ab.
Wiederholt Piratenangriffe
Die Küste vor Somalia ist wegen zahlreicher Piratenüberfälle berüchtigt. Das von Gewalt und Bürgerkrieg geprägte Land am Horn von Afrika hat keine eigene Küstenwache. Die EU, die Nato und mehrere außereuropäische Staaten schickten Kriegsschiffe in die Region, um Transporte zu schützen und Angriffe der Seeräuber abzuwehren.