Ein Blutbad auf ihrem größten Militärstützpunkt hat die USA erschüttert: Ein Amokläufer hat am Donnerstag im texanischen Fort Hood 13 Menschen erschossen und 30 weitere verletzt, bevor er gestoppt und verhaftet wurde. Er wurde mehrmals angeschossen und ist nun im Krankenhaus des Stützpunktes. Sein Zustand ist kritisch aber stabil. Zuvor hatte es geheißen, der Mann sei erschossen worden.
Die ersten Schüsse des Amoklaufs fielen um 13 Uhr Ortszeit in einem Gebäude des Militärstützpunkts, in dem Soldaten vor oder nach einem Auslandseinsatz medizinisch untersucht werden. Ganz in der Nähe sollte kurz darauf eine Feierstunde für Absolventen einer Ausbildung mit zahlreichen Gästen stattfinden.
Polizei und Rettungskräften waren sofort zur Stelle und schicken die Umstehenden ins Innere des Auditoriums. Der gesamte Stützpunkt wurde abgeriegelt, während nach dem Schützen gefahndet wurde. Sanitäter begannen mit der Versorgung von Verletzten. Einige Soldaten eilten herbei, rissen Teile ihrer Uniform zu provisorischen Bandagen, um den Verletzten zu helfen.
Videoaufnahmen vom Tatort zeigen, wie bewaffnete Polizisten die Umgebung durchkämmen und hinter Gebäuden Deckung suchen. Sirenen heulen, eine Frauenstimme fordert die Menschen über ein Lautsprechersystem auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Schulen auf dem Stützpunkt wurden abgeriegelt.
Der Täter soll das Feuer mit zwei Handfeuerwaffen eröffnet haben, eine davon halbautomatisch. Das erklärt die hohe Opferzahl. Es waren offenbar keine Militärwaffen.
Augenzeugen berichteten laut CNN von unterschiedlichen Schuss-Geräuschen, weshalb von mindestens einem Komplizen ausgegangen worden sei. Zwei Soldaten wurden nach der Tat verhaftet und befragt. Mittlerweile gehen die Ermittler aber davon aus, dass es ein Einzeltäter war.
Motiv unklar
Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um den 39 Jahre alten Major Nidal Malik Hasan. Er ist jordanischer Abstammung und arbeitete als Psychiater auf dem Stützpunkt.
Er wurde in Virginia geboren und war ein gläubiger Muslim. Das sagte Faizal Khan, Imam einer Moschee in Maryland, die Hasan oft besucht hat. Hasan habe oft mit ihm über seinen Wunsch gesprochen, eine Frau zu finden, sagte der Imam.
Das Motiv ist unklar: Offenbar stand Hasan kurz vor einer Entsendung in den Irak oder nach Afghanistan. Nach Aussage seiner Nachbarin hat der Major in den Tagen vor der Tat seine Wohnung leergeräumt. Er habe ihr T-Shirts, eine Lampe, mehrere Mappen und Regale gegeben. Ein Kollege des mutmaßlichen Täters sagte im Fernsehsender Fox, Hasan habe oft mit Kameraden gestritten, die für die Einsätze im Irak und in Afghanistan waren. Gegen eine Versetzung in die Konfliktgebiete habe er gekämpft.
Nach Informationen der "New York Times" untersucht die Bundespolizei FBI jetzt Blogeinträge im Internet, die möglicherweise von dem Täter stammen. Darin debattiert ein Mann, der sich Nidal Hasan nennt, über Selbstmordanschläge und findet dafür positive Argumente. So vergleicht er in einem Eintrag das Heldentum eines Soldaten, der sich auf eine Granate wirft, um seine Kameraden zu schützen mit einem Selbstmordattentäter, der sich für seine muslimischen Glaubensbrüder opfere.
CNN hat am Freitag Videobilder ausgestrahlt, auf
denen angeblich der Todesschütze wenige Stunden vor der Tat zu sehen ist. Auf den Bildern einer Überwachungskamera in einem kleinen Lebensmittel-Laden ist er in der traditionellen weißen Tracht gläubiger Muslime zu sehen.

