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Indonesien: "Superjet" an Vulkan zerschellt

10.05.2012 | 14:33 |  (DiePresse.com)

Der "Suchoi Superjet 100" ist der Hoffnungsträger der russischen Luftfahrt. Bei einem Demonstrationsflug in Indonesien ist eine Maschine abgestürzt. An Bord waren etwa 50 Menschen. Rettungstrupps haben die Absturzstelle erreicht.

Das in Indonesien verschwundene russische Flugzeug ist gefunden. 18 Stunden nachdem der Funkkontakt zu der "Suchoi Superjet 100" abbrach, erreichten am Donnerstag Rettungstrupps das Wrack der Maschine. "Sie haben Wrackteile und Leichen gefunden", sagte der Sprecher der Einsatzkräfte, Gagah Prakoso. Das Flugzeug zerschellte an den Hängen des Vulkans Salak 80 Kilometer südlich von Jakarta. An Bord der Maschine waren etwa 50 Menschen. Überlebende gab es nicht.

"Die Maschine ist offenbar bei hoher Geschwindigkeit aus 1800 Metern abgestürzt", sagte Prakoso. Russland leitete strafrechtliche Ermittlungen ein. Es gebe Indizien, die auf eine Verletzung der Sicherheitsvorschriften hindeuteten, teilte das Ermittlungskomitee mit.

Das indonesische Militär erklärte, das Flugzeug sei regelrecht vom Himmel gefallen. Einen ersten Demonstrationsflug hatte die Maschine einem Ministeriumssprecher zufolge zuvor erfolgreich absolviert. Der Kontakt zu der Superjet 100 war nur rund zwanzig Minuten nach dem Start zum zweiten Flug abgebrochen.

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Der Pilot hatte in seinem letzten Funkspruch um Erlaubnis gebeten, die Flughöhe verlassen und auf 1800 Meter sinken zu dürfen. Gründe für das Manöver nannte die indonesische Flugwacht zunächst nicht. In der Region war zum Zeitpunkt des Unglücks schlechtes Wetter. Eine erste Suchaktion per Hubschrauber musste am Mittwoch abgebrochen werden.

Mehrere hundert Helfer, darunter Armee und Polizei, waren am Donnerstag bei dem Rettungseinsatz am Berg. Der Zugang zur Unglücksstelle war in der bergigen Dschungel-Region äußerst schwierig. Luftaufnahmen zeigten Wrackteile zwischen Bäumen und Felsen an einem steilen Abhang.

Die Rettungskräfte wollten zunächst die Opfer bergen und nach dem Flugdatenschreiber suchen. Über die Zahl der Insassen gab es unterschiedliche Angaben: Indonesische Behörden sprachen von 47 Menschen, Suchoi-Chef Wladimir Prissjaschnjuk nannte 45, davon 33 Indonesier, acht Russen, zwei Italiener sowie einen Franzosen und einen US-Amerikaner.

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Am Halim-Flughafen in Jakarta trafen unterdessen die ersten Angehörigen ein. Sie wurden von Psychologen betreut. Die Behörden veröffentlichten keine Passagierlisten, weil einige, die auf dem Flug sein sollten, doch nicht dabei waren und andere ihre Plätze einnahmen. "Das zeigt doch, dass das alles nicht professionell abgelaufen ist", sagte Iszirta Rahman dem Nachrichtenportal Detik.com. Sein Bruder sei an Bord gewesen.

Schlag für russische Luftfahrtindustrie

Der "Suchoi Superjet 100" befand sich auf einer Demonstrationstour durch sechs asiatische Länder. Die auch mit westlicher Technik ausgestattete Maschine ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion entwickelt wurde. Moskau hat mit der Maschine ehrgeizige Pläne. So soll der in Kooperation mit Boeing sowie europäischen Unternehmen entwickelte Superjet auf dem Weltmarkt den Branchenriesen Bombardier (Kanada) und Embraer (Brasilien) Konkurrenz machen.

"Das ist ein Schlag für den Ruf der russischen Luftfahrtindustrie", sagte der russische Pilot Magomed Tolbojew im Radiosender Moskauer Echo. "Unser Land hat immer wieder gesagt, es werde ein unvergleichliches Flugzeug bauen - und jetzt so was."

Erst vor kurzem hatte die Zivilsparte des Kampfjet-Herstellers Suchoi die offizielle Zulassung für die Europäische Union erhalten. Allerdings hatten Triebwerksprobleme die Auslieferung des Fliegers bislang verzögert. Beim Flug von Burma nach Indonesien hatte das Flugzeug erstmals den Äquator überflogen. 

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