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Widerspruch, Herr Dressel!

08.08.2012 | 18:17 | ERICH KOCINA (Die Presse)

Die Argumentationslinie von Wiens Drogenkoordinator ist nicht immer schlüssig.

Um alle Betroffenen zu erreichen, müssten wir in Wien zehn dieser Räume errichten.“ Mit diesen Worten lehnte Wiens Drogenkoordinator Michael Dressel 2009 in einem „Presse“-Interview die Schaffung von Konsumräumen für Suchtkranke ab. Für Drogenkranke ist es also nicht zumutbar, einen zentralen Punkt aufzusuchen, um abseits der Öffentlichkeit Suchtgift konsumieren zu können?

Sehr wohl scheint es zumutbar, dass Suchtkranke nur an einer Stelle der Stadt – seit Kurzem ist das das Beratungszentrum Jedmayer – ihre gebrauchten Spritzen tauschen können. Warum soll es in dieser Logik nicht möglich sein, einen zentralen Konsumraum aufzusuchen? Und seine Aussage, dass man auch mit Konsumräumen das Problem von gebrauchten Spritzen im öffentlichen Raum „nicht auf null bringen“ könne, kann kein Argument sein. Wenn man damit nur die Hälfte des öffentlichen Konsums weg von Straßen und Parks brächte, wäre das ein Gewinn.

 

erich.kocina@diepresse.com


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