Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hofft weiter auf eine Aussöhnung seiner Fatah mit der Hamas, um allgemeine Wahlen gleichzeitig im Westjordanland und im Gazastreifen durchführen zu können. Abbas sagte am Donnerstag dem britischen Rundfunksender BBC, nach der Absage der von ihm auf den 24. Jänner 2010 festgesetzten Wahlen solle ein neuer Termin noch im Dezember fixiert werden. Die Hamas hatte erklärt, dass ohne "nationales Einvernehmen" keine Wahl abgehalten werden könne. Seit seinem Verzicht auf Wiederkandidatur haben seine Anhänger in der Fatah ebenso wie Israel und eine Reihe von westlichen Regierungen versucht, Abbas umzustimmen.
Abbas war im Jänner 2005 zum Nachfolger des verstorbenen Yasser Arafat gewählt worden. Die palästinensischen Parlamentswahlen vom Jänner 2006 hatte die Hamas mit absoluter Mehrheit gewonnen. Im Juni 2007 wurde die Fatah nach einem blutigen Machtkampf aus dem Gazastreifen verdrängt. Abbas löste damals die Hamas-geführte Einheitsregierung unter Ismail Haniyeh auf und setzte in Ramallah ein Notstandskabinett unter Salam Fayyad ein, das parlamentarisch nicht legitimiert ist und auch innerhalb der Fatah auf Ablehnung stößt.