Die Spannungen zwischen der Türkei und seinem Nachbarland Syrien nehmen zu: Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat mit einem Militäreinsatz gegen Rebellen der in der Türkei als terroristische Vereinigung verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im benachbarten Syrien gedroht. Die dortige Führung unter Präsident Bashar al-Assad habe den an die Türkei grenzenden Norden des Landes PKK-Kämpfern "anvertraut", sagte Erdogan am späten Mittwoch im türkischen Fernsehsender Kanal 24.
Dass die Türkei das Recht habe, gegen die Rebellen vorzugehen, sei eine "Selbstverständlichkeit" und Teil der Verteidigungsstrategie des Landes, führte er aus. Die PKK, die auch von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, kämpft seit dem Jahr 1984 gegen den türkischen Staat. In dem Konflikt wurden bisher rund 45.000 Menschen getötet.
In Syrien lässt Assad seit März 2011 einen Aufstand gegen seine Führung blutig niederschlagen. Nach Angaben der Opposition wurden bisher mehr als 19.000 Menschen getötet. Zahlreiche Syrer flohen bereits in die Türkei. Am Mittwoch schränkte Ankara den Grenzverkehr mit Syrien bis auf Weiteres ein. Vor dem Beginn des innersyrischen Konflikts hatte die Türkei als Verbündeter Assads gegolten, sich später aber von ihm abgewandt.
Panzerabwehrraketen und Maschinengewehre
Syrische Rebellen und das Militär des Landes haben unterdessen auch am Donnerstag weiter um die nordwestliche Wirtschaftsmetropole Aleppo gekämpft. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London waren vor allem die Stadtviertel Mohafasa, Mashhad und Salaheddin betroffen. Zwei Menschen, darunter ein Kind, seien getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden.
Die Rebellen hielten nach eigenen Angaben einer Großoffensive der Regierungstruppen vorerst stand. "Unsere revolutionären Kämpfer haben mindestens zwei massive Angriffe der Regimestreitkräfte abgewehrt", erklärte der Aufständischen-Kommandant Abu Omar al-Halebi der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. "Sie kontrollieren jetzt 50 Prozent der Stadt." Von unabhängiger Seite ließen sich die Angaben nicht überprüfen, weil Medien in Syrien nur äußerst eingeschränkt arbeiten können. Al-Halebi zufolge griffen aber auf der Seite der Truppen von Assad auch Kampfjets ein. In den Außenbezirken Salaheddin und Mashaad sollen sie Nachschubkonvois der Rebellen bombardiert haben.
In der Hauptstadt Damaskus kam es nach Angaben von Augenzeugen ebenfalls zu Kämpfen. Dabei seien im palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk Panzerabwehrraketen und Maschinengewehre zum Einsatz gekommen, sagte ein Bewohner des Camps der Nachrichtenagentur AFP.