Aleppo/Teheran/Reuters/APA/red. Der Iran hat am Dienstag eine Warnung an die Gegner des syrischen Regimes gerichtet. Im Moment sei es zwar nicht nötig, dass „die Freunde Syriens in das Feld treten, und unserer Einschätzung nach wird das auch in Zukunft so sein“, sagte Irans Vize-Generalstabschef, Massoud Jazayeri. Er fügte aber hinzu, dass Teheran es nicht zulassen werde, „dass der Feind vorrückt“. Der Iran werde es von den jeweiligen Umständen abhängig machen, wie er Verbündeten und dem „Widerstand in der Region“ helfen werde, sagte der General. Mit „Widerstand“ meint man in Teheran gemeinhin einen Block aus Gegnern Israels, dem auch die Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon angehört.
So wie das Assad-Regime behauptet auch der Iran, dass Israel die Rebellion in Syrien angezettelt habe. De facto war Israel aber bisher mit dem einschätzbaren Gegner Assad gut ausgekommen. Den Strategen in Jerusalem bereitet viel größeres Kopfzerbrechen, was nach Assad kommen könnte.
Die Warnung Teherans dürfte auch weniger Israel als der Türkei und den arabischen Golfstaaten gelten, die Syriens Rebellen unterstützen. Am Montag hatte die regierungsnahe syrische Zeitung „al-Watan“ berichtet, der Iran habe die Türkei vor einem Einmarsch auf syrisches Territorium gewarnt. Teheran werde in diesem Fall „knallhart“ reagieren, schrieb die Zeitung. Die Regierung in Ankara ist einer der schärfsten Kritiker des Assad-Regimes. Türkische Spitzenpolitiker haben mehrmals mit Militäroperationen in der Grenzregion gedroht, die sich auch auf syrisches Gebiet erstrecken würden.
Bisher hatte Ankara als Ziel solcher Aktionen immer eine Eindämmung der Flüchtlingswelle in die Türkei genannt. Zuletzt drohte Premier Recep Tayyip Erdoğan aber mit einem Vorstoß nach Syrien, um dort Einheiten der kurdischen PKK zu zerschlagen, die in der Türkei einen Untergrundkrieg führt.
Hubschrauberangriff in Aleppo
Der Iran ist der wichtigste Alliierte des syrischen Regimes. Er unterstützt Machthaber Bashar al-Assad seit Beginn der Rebellion mit Know-how zur Niederschlagung von Aufständen. Berichte, dass auch iranische Soldaten am Kampf gegen Rebellen teilnehmen, weist Teheran zurück.
In der syrischen Großstadt Aleppo gingen die Gefechte am Dienstag unvermindert weiter. Das Regime setzte abermals Artillerie und Kampfhubschrauber ein. Die Rebellen griffen Polizeistationen, ein Gerichtsgebäude und ein Büro der herrschenden Baath-Partei an.