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US-Militär: Hyperschalljet geht verloren

16.08.2012 | 06:07 |  (DiePresse.com)

Der "Wellenreiter" sollte sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen. Bei seinem Testflug geriet er außer Kontrolle und stürzte ab.

Der Test mit einem superschnellen Jet, der sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen sollte, ist fehlgeschlagen. Das teilte die US-Luftwaffe am Mittwoch mit. Demnach löste sich der unbemannte Hyperschalljet X-51A Waverider ("Wellenreiter") bei dem Testflug zwar planmäßig von dem B-52-Bomber, der ihn über den Pazifik getragen hatte. Doch nur 16 Sekunden später sei ein Problem mit einem Kontrollruder festgestellt worden. Als sich der "Wellenreiter" etwa 15 Sekunden später vom Raketenantrieb getrennt habe, sei er außer Kontrolle geraten.

Insgesamt dauerte der Flug nur 31 Sekunden, hätte die Flugdauer 300 Sekunden betragen, wäre der Test erfolgreich gewesen. Der Experimentalflieger, der gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Boeing entwickelt wurde, sollte nach dem Abkoppeln auf eine Geschwindigkeit von 6000 Kilometern pro Stunde kommen.

Der "Waverider"-Test war der dritte Test insgesamt und der zweite vollständig gescheiterte. Der erneute Fehlschlag ist ein empfindlicher Rückschlag für die US-Luftwaffe und die Pentagon-Forschungsabteilung Darpa. Es soll aber noch einen vierten Hyperschalljet geben. Ob und wann er getestet werden soll, steht allerdings noch nicht fest.

"Scramjet"-Technik

Der Jet sollte nach der Beschleunigung derart schnell fliegen, dass die an seiner Vorderseite eintretende Luft im Inneren des stromlinienförmigen Fluggerätes ganz von alleine extrem stark verdichtet wird. Der in diesem Luftstrom gezündete Treibstoff beschleunigt den Flugkörper dann weiter. Diese "Scramjet"-Technik arbeitet nach dem seit langer Zeit bekannten Prinzip des Staustrahl-Triebwerkes. Dieses kommt mit viel weniger Teilen aus als herkömmliche Turbinen. Im Grunde handelt es sich um eine sich selbst beschleunigende Düse.

Die "Scramjet"-Technik könnte blitzschnelle Militärschläge aus der Luft möglich machen - wenn es den Entwicklern gelingen sollte, die technischen Probleme zu lösen. Eine Beförderung von Passagieren ist beim derzeitigen Stand der Technik allerdings noch Zukunftsmusik. Tests mit derartigen Hyperschall-Geräten sind dennoch nicht völlig neu: Ein älteres Modell "X-43" erreichte mit diesem "Scramjet"-Prinzip 2004 bereits eine Geschwindigkeit von rund Mach 10 - etwa 11.000 Kilometer pro Stunde.


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