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Ecuador: Asyl im Land der unfreien Medien

16.08.2012 | 18:24 |  (Die Presse)

Pressefreiheit. Präsident Correa verklagt Journalisten.

Buenos aires/A. f. Julian Assanges Begeisterung für Ecuador überrascht. Denn Ecuadors Präsident, Rafael Correa, führt seit seinem Amtsantritt 2007 einen Krieg gegen die privaten Medien seines Landes. Er hat TV-Sender verstaatlicht, Radios schließen lassen und kritischen Kommentatoren Millionenklagen angehängt.

Zuletzt hat Correas Kabinett die NGO Fundamedios mit der Schließung bedroht, weil diese sich „in politische Angelegenheiten eingemischt“ habe. Die Gruppe hatte Übergriffe der Regierung auf die Medien dokumentiert. Aktionen wie diese Anfang August: Da durchsuchten Beamte des Arbeitsministeriums die Redaktion des Magazins „Vanguardia“. Die Beamten nahmen alle Computer aus der Redaktion mit. Begründet wurde das mit dem Verdacht, das Medium würde nicht genügend Behinderte beschäftigen.

Assange und Correa kamen in Kontakt bei einem Interview, das Assange für seine vom Sender Russia Today via Internet publizierte Reihe „Die Welt von morgen“ führte. „Die Asylvergabe ist ein Deal, der beiden nutzt. Correa kann die Großzügigkeit gegenüber einem politisch verfolgten Journalisten für seine eigene Publicity ganz gut gebrauchen“, sagt der Soziologe Adrián Bonilla, der Ecuador-Chef des sozialdemokratisch orientierten Thinktanks Flacso. Tatsächlich verkauft die Regierung Correa ihren Kampf gegen die Medien als Maßnahme zur Verbesserung der Demokratie.


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