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Südamerika unterstützt Ecuador im Fall Assange

20.08.2012 | 06:25 |  (DiePresse.com)

Das südamerikanische Staatenbündnis betont die Unantastbarkeit diplomatischer Vertretungen. Die Zeiten des Kolonialismus seien vorbei.

Das südamerikanische Staatenbündnis UNASUR unterstützt Ecuador im Streit mit Großbritannien im Fall Assange. Die Außenminister solidarisierten sich zum Abschluss ihres Treffens am Sonntag in Guayaquil mit Ecuador vor dem Hintergrund der "Drohung eines Eindringens in die Botschaft" in London, in der Wikileaks-Gründer Julian Assange Asyl erhalten hat.

Die Minister bekräftigten gleichzeitig die Gültigkeit der Unantastbarkeit diplomatischer Vertretungen und des Asylrechts. Die UNASUR-Staaten forderten außerdem die beteiligten Länder auf, in direkten Verhandlungen eine für alle Seiten annehmbare Lösung im Rahmen des internationalen Rechts zu finden.

"Regeln sind bindend für alle"

"Die Zeiten des Kolonialismus sind vorbei", erklärte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño vor seinen Kollegen der Region. Die Regeln des internationalen Zusammenlebens seien bindend für alle Staaten der Welt. Sie seien zu befolgen, unabhängig von deren wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Macht.

Am Samstag hatten die linksgerichteten ALBA-Staaten bereits in Guayaquil Ecuadors Regierung Rückendeckung zugesichert. Die Außenminister des Staatenbündnisses, in dem Venezuela und Kuba federführend sind, unterstützte das Recht Ecuadors, Assange diplomatisches Asyl zu gewähren und forderten zudem eine Debatte in den Vereinten Nationen über die Unantastbarkeit der diplomatischen Vertretungen.

Außerordentliche Sitzung

Am kommenden Freitag treffen sich in Washington die Außenminister des Kontinents auf einer außerordentlichen Sitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).

Assange hatte sich vor Wochen in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einem Haftbefehl aus Schweden wegen des Verdachts auf Sexualdelikte zu entkommen. London hatte angedeutet, zur Festnahme notfalls in die Botschaft eindringen zu wollen. Der 41-jährige Australier fürchtet, dass er nach einer Auslieferung nach Schweden weiter an die USA übergeben werden könnte. Dort droht ihm lebenslange Haft wegen der Veröffentlichung bei Wikileaks von unzähligen vertraulichen diplomatischen Depeschen aus den USA.


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