Die Außenminister des Golf-Kooperationsrates (GCC) haben den Iran scharf verurteilt, weil eine Rede des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi auf dem Gipfel der Blockfreien Staaten falsch übersetzt worden war. Das berichtete die amtliche saudische Nachrichtenagentur SPA am Montag.
Mursi hatte am Donnerstag in Teheran das mit dem Iran eng verbündete syrische Regime heftig angegriffen. In der simultanen persischen Übersetzung war jedoch "Syrien" an diesen Stellen durch "Bahrain" ersetzt worden.
Schiiten versus Sunniten
Dass ausgerechnet Bahrain anstelle von Syrien genannt wurde, ist wohl alles andere als ein Zufall. Denn eine Konfliktlinie in der Region verläuft zwischen Sunniten und Schiiten. Dem von Schiiten dominierten Iran missfällt die Unterdrückung der schiitischen Mehrheitsbevölkerung in Bahrain durch das sunnitische Königshaus. Die Saudis halfen Bahrains Herrschern dagegen im Arabischen Frühling mit ihren Panzern aus. Ein umgekehrtes Bild zeigt sich in Syrien: Dort unterstützt Saudi-Arabien die Rebellen, der Iran verurteilt sie. Hintergrund: In Syrien begehren mehrheitlich Sunniten gegen Assads mit dem Iran verbündeten, alawitischen Herrscher-Clan auf.