diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

USA wollen Israel vom Angriff auf den Iran abhalten

03.09.2012 | 18:10 |  (Die Presse)

Laut einem Bericht der "New York Times" sollen Militärmanöver und der Ausbau der US-Raketenabwehr Jerusalem beruhigen. Ob die Maßnahmen Israel von einem Luftschlag abhalten können, lässt sich nicht abschätzen.

Washington/Jerusalem/Ag. Für Barack Obamas Wahlkampfstrategen muss es wohl der Albtraum schlechthin sein: Kurz vor der US-Präsidentenwahl am 6. November greift Israel die iranischen Atomanlagen in Eigenregie an – und zwingt die USA zum denkbar schlechtesten Augenblick zu einem Offenbarungseid in Sachen Iran. Damit dieses Szenario nicht eintritt, intensiviert die Regierung in Washington nun offenbar ihre Bemühungen, Israel von einem Alleingang abzuhalten.

Nach einem Bericht der „New York Times“ reichen diese Bemühungen von verstärkter militärischer Zusammenarbeit in der Region über Pläne zum Ausbau der amerikanischen Raketenabwehr bis hin zur Fortsetzung des Cyberfeldzugs gegen die nuklearen Forschungsanlagen der Islamische Republik. Noch im Lauf des Septembers soll ein großes Seemanöver im Persischen Golf stattfinden, bei dem die USA und ihre Verbündeten die Minenräumung üben wollen – eine wenig subtile Warnung an den Iran, der im Fall eines israelischen Angriffs mit einer Blockade des für die globale Ölversorgung wichtigen Gewässers droht. Auch der Bau einer Radaranlage im Emirat Katar sei demnach (zumindest teilweise) als Beruhigungspille für Jerusalem gedacht – das Frühwarnsystem soll Lücken in der israelisch-amerikanischen Raketenabwehr schließen und einen iranischen Raketenangriff auf Israel unmöglich machen.

 

„Keine klare rote Linie“

Ob dieses Maßnahmenpaket Israel von einem Luftschlag abhalten kann, lässt sich noch nicht abschätzen. Regierungschef Benjamin Netanjahu rügte die internationale Gemeinschaft am Sonntag für ihre Nachlässigkeit gegenüber Teheran – es gebe „keine klare rote Linie“, die der Iran bei seinen nuklearen Ambitionen nicht überschreiten dürfe, sagte Netanjahu zum Auftakt einer Kabinettssitzung.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com