In Deutschland leben etwa zwei Millionen Kinder von den Hartz-IV-Leistungen. Sie müssen zwar nicht auf wärmende Kleidung oder ausreichend Essen verzichten - aber auf Spaß und vor allem auch auf Bildung. Ein Kind, das von Hartz-IV lebt, ist die zwölfjährige Sharon aus Dortmund.
Sharons Mutter Katrin ist arbeitslos, ihr Vater Joachim schleppt schwere Möbel im Lager eines Ikea-Marktes, berichtet Spiegel.de. Mit dem Geld kann er seine Familie - Sharon hat noch zwei Brüder - nicht ausreichend versorgen. Deshalb bekommt die Familie Hartz-IV-Leistungen. Für jedes Familienmitglied fließt monatlich eine bestimmte Summe aufs Konto, für Sharon etwa 251 Euro. Weil die Eltern das als nicht ausreichend empfanden, sind sie vor das Bundesverfassungsgericht gezogen - und haben gewonnen.
Das Hartz-IV-Geld reicht für das Nötigste. Aber es reicht nicht dafür aus, die Kinder bei einer besseren Bildung zu unterstützen. Das ist ein Punkt, den Experten besonders kritisieren. Denn etwa für Nachhilfe hat die Regierung kein Geld eingeplant. So schließt sich oft der Teufelskreis: Schlecht ausgebildete, arbeitslose Eltern können ihren Kinder in puncto Bildung wenig beibringen, Unterstützung von außen kommt zu teuer, also haben die Kinder selbst ein erhöhtes Risiko, später arbeitslos zu werden.
Sharon betrifft das (noch) nicht. Sie braucht keine Nachhilfe und schreibt keine schlechten Noten. Doch der Bedarf von Kindern wurde nie ermittelt, kritisiert das Bundesverfassungsgericht. Auch wenn sich aus dem aktuellen Urteil nicht zwangsläufig ergibt, dass Deutschlands arme Kinder in Zukunft mehr Geld bekommen werden - es scheint doch wahrscheinlich.