diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Bericht: Romney schnitt schwulem Mitschüler Haare ab

10.05.2012 | 21:40 |  (DiePresse.com)

Der deutsche Außenminister begrüßt den Vorstoß des US-Präsidenten zur Anerkennung der Homoehe: "It's okay to marry gay." Den Republikaner holt indes seine Vergangenheit ein.

Nach dem Plädoyer von US-Präsident Barack Obama für die Homo-Ehe machte dessen wahrscheinlicher Herausforderer Mitt Romney keinen Hehl aus seiner konservativen Haltung bei diesem Thema. Diese reicht womöglich weit in die Biografie des Republikaners zurück, wie ein Bericht der "Washington Post" vom Donnerstag über einen "verstörenden Vorfall" aus Romneys Jugend nahelegt. Wenige Monate vor seinem Abschluss an der elitären Cranbrook School im Jahr 1965 soll Romney zusammen mit Freunden einem als homosexuell geltenden Mitschüler die blond gebleichten Haare abgeschnitten haben.

"Er kann so nicht aussehen. Das ist falsch. Schaut ihn nur an", soll Romney sich laut dem Bericht über den Mitschüler echauffiert haben, der den Pony über ein Auge drapiert hatte. Die extravaganten Strähnen seien dann der Schere zum Opfer gefallen, schrieb die Zeitung, die sich die Geschichte von fünf ehemaligen Mitschülern an dem Jungeninternat bestätigen ließ. Romney soll die Meute angeführt und selbst geschnitten haben. Eine Sprecherin des Republikaners sagte zunächst, Romney könne sich an den Vorfall nicht erinnern. Später reagierte Romney selbst: "Ich habe einige dumme Sachen gemacht, und wenn jemand dadurch verletzt oder beleidigt wurde, ... natürlich entschuldige ich mich."

Westerwelle: "Mutiger Schritt Obamas"

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat Obamas Vorstoß am Donnerstag gelobt. Westerwelle, der selbst seit September 2010 mit dem Manager Michael Mronz verheiratet ist, sprach am Donnerstag in Berlin von einem „mutigen Schritt". Auf Englisch fügte er hinzu: „It's okay to marry gay." ("Es ist in Ordnung, schwul zu heiraten.")

Ausdrücklich begrüßte Westerwelle Obamas Ankündigung auch „im Namen der Bundesregierung". „Das entspricht auch unserer deutschen Politik, die wir als Regierung und mit großer Mehrheit auch im Bundestag verfolgen." Westerwelle ist weltweit der einzige Außenminister, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt.

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck - ebenfalls schwul - verlangte allerdings auch ein klares Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel habe bisher „keinen Finger gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben gerührt", erklärte Beck in Berlin. Das Wort "homosexuell" habe sie öffentlich sogar noch nie in den Mund genommen.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com