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USA: F-22-Kampfjets müssen in Flughafennähe bleiben

16.05.2012 | 09:17 |  (DiePresse.com)

Das teuerste und modernste US-Kampfflugzeug vom Typ F-22 Raptor bereitet dem Militär Sorgen. Piloten berichten über Ohnmachtsanfälle durch Sauerstoffmangel.

Der modernste Kampfjet der US-Luftwaffe wird zum Problem: Wegen Sicherheitsbedenken hat das US-Verteidigungsministerium die Air Force angewiesen, den Einsatz ihrer modernsten Kampfjets einzuschränken. Verteidigungsminister Leon Panetta verfügte am Dienstag nach Angaben des Pentagon, die Kampfjets vom Typ F-22 Raptor vorerst nicht mehr auf Langstreckenflügen, sondern nur noch im Umkreis von Flughäfen einzusetzen, um im Notfall jederzeit eine Landung zu ermöglichen.

Nach Pentagon-Angaben berichteten seit 2008 mindestens ein Dutzend F-22-Piloten über Benommenheit und Blackouts durch Sauerstoffmangel während des Fluges. Ingenieure suchen noch nach der Ursache des Problems. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" (FTD) sollen Techniker die Systeme bereits monatelang untersuchen. Zudem werden regelmäßig Blutproben von den Piloten genommen. Trotz der Bemühungen konnte bisher keine eindeutige Ursache gefunden werden.

Hydrauliköl-Dämpfen bis Spezialbeschichtung

Wie die "FTD" berichtet, reichen die Spekulationen über die Ursache der Beschwerden von Hydrauliköl-Dämpfen bis hin zur Spezialbeschichtung der Oberfläche des F-22-Modells. Diese sorgt dafür, dass Radarstrahlen den Flieger nicht erkennen und er somit "unsichtbar" bleibt. Die dafür nötige Beschichtung muss immer wieder aufgefrischt werden.

Bereits im vergangenen Jahr mussten die F-22-Jets nach einer Reihe von Vorfällen für vier Monate am Boden bleiben, nachdem Piloten über Ohnmachtsanfälle durch Sauerstoffmangel berichtet hatten. Erst im September waren die Maschinen wieder für den Flug freigegeben worden.

Das Tarnkappenflugzeug F-22 ist das teuerste Kampfflugzeug der Air Force mit einem Stückpreis von 143 Millionen Dollar (111,3 Millionen Euro).

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Die F-22 Flieger wurden angeblich noch nie im Kampf eingesetzt. Nach den neuen Einschränkungen sind nun auch Patrouilleflüge nach Alaska nicht mehr möglich. Das berichtete "Spiegel Online" am Mittwoch. Demnach sollen die Kampfjets zuletzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert worden sein. Eine offizielle Bestätigung hierfür aus dem Pentagon liegt aber nicht vor.

Nächstes Sorgenkind: F-35

Der Superjet ist aber nicht die einzige Maschine, die der Air Force Sorgen bereitet. Laut "Spiegel Online" herrscht im Pentagon offenbar die Befürchtung, dass die neu entwickelten Kampfjets vom Typ F-35 vergleichbare Probleme verursachen könnten. Der F-35 hat ähnliche Eigenschaften wie der F-22, kann aber nicht so hoch und schnell fliegen.

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