Jerusalem. „Steh zu dem Land, das hier derer gedenkt, die nicht leben durften“, schrieb Joachim Gauck in das Gästebuch der Gedenkstätte Yad Vashem. Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck legte bei seinem Besuch ein klares Bekenntnis zur Solidarität mit Israel ab. Deutschland und Israel seien enger verbunden als jemals zuvor, durch gemeinsame Werte, aber auch durch gemeinsame Interessen, erklärte er in Jerusalem.
Schon davor hatte er in einem Interview mit der Tageszeitung „Haaretz“ gesagt, dass Deutschland „aus den Abgründen der Geschichte eine einzigartige Verantwortung gegenüber Israel“ zukomme. Einer Forsa-Umfrage zufolge teilen 60 Prozent der deutschen Bevölkerung diese Ansicht nicht und meinen, Deutschland habe wegen seiner NS-Vergangenheit keine besondere Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Staat. 59 Prozent halten die israelische Politik für aggressiv. Nur noch 36 Prozent finden Israel sympathisch.
„Iran Gefahr auch für Europa“
Gauck zeigte sich besorgt über wachsende Ressentiments gegen Israel, stellte jedoch klar, dass es „im Geist der Freundschaft“ auch Platz für Kritik geben müsse. In Jerusalem sprach er sich für eine Zweistaatenlösung aus. Am Donnerstag wird er mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und Regierungschef Salam Fayyad in Ramallah zusammentreffen.
Zweites großes Thema des Besuchs war der Iran. Gastgeber Shimon Peres gab den Ton vor. Israels Staatschef warnte vor dem iranischen Präsidenten Ahmadinejad, „der den Holocaust leugnet und doch selbst einen“ vorbereite. Gauck spielte auf dieser Partitur weiter. „Was mich mit großer Sorge erfüllt“, erklärte er der Präsidentenloge, „ist das iranische Nuklearprogramm.“ Es stelle „angesichts der Äußerungen der iranischen Staatsführung“ nicht nur für Israel, sondern auch für Europa eine Gefahr dar. Deutschland werde für die Sicherheit und das Existenzrecht Israels eintreten, versprach Gauck.