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Traiskirchen bekommt Schulklassen

31.10.2012 | 12:39 |  (DiePresse.com)

Asylsuchende Kinder sollen im Erstaufnahmezentrum endlich Zugang zu Bildung bekommen. Kein einfaches Unterfangen, da sie viele Sprachen sprechen und meist nur kurz bleiben.

Kinder im Flüchtlingszentrum Traiskirchen sollen künftig die Möglichkeit haben, eine eigene Schulklasse zu besuchen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) reagierte auf die große Gruppe unmündiger Jugendlicher in der niederösterreichischen Erstaufnahmestelle und kündigte an, dass eine eigene Schulklasse geschaffen werde. Die Bereitstellung der Lehrer sowie der schulorganisatorische Ablauf muss die Schulbehörden organisieren, heißt es lapidar vom Innenressort.

Doch das ist mit Sicherheit keine einfache Aufgabe: Wegen der Vielzahl an Sprachen, die die Kinder in Traiskirchen sprechen, sind Dolmetscher vonnöten. Außerdem ist Traiskirchen auf Kurzaufenthalte von maximal zwei bis drei Wochen ausgelegt. SOS Mitmensch zufolge gibt es zwar auch immer wieder Fälle, in denen Kinder mehrere Monate dort sind. Im Allgemeinen dürfte es aber wöchentlich mehrere Abgänge und Neuzugänge in der Klasse geben.

Traiskirchens Bürgermeister freut sich darüber, dass eine "langjährige Forderung erfüllt wird", auch die räumlichen Vorbereitungen laufen schon, wie SPÖ-Stadtrat Andreas Babler gegenüber DiePresse.com sagt. Insgesamt zwei Klassen soll es geben: Eine für Volksschulkinder und eine für Hauptschulunterricht. Nun sei der Landesschulrat am Ball, Babler hofft auf eine baldige Umsetzung.

Österreichische Gepflogenheiten kennen lernen

Caritas-Direktor Michael Landau begrüßt, dass eine eigene Schulklasse eingerichtet werden soll. Das Recht auf Bildung müsse auch für Flüchtlingskinder gelten. Er betont aber auch, dass Kinder nicht in ein Großlager gehören.

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser sieht das Ziel einer solchen Schule darin, Gepflogenheiten des Schulunterrichts in Österreich kennen zu lernen, erste Deutschkenntnisse zu erwerben und festzustellen, wann der letzte reguläre Schulbesuch auf welcher Schulstufe stattgefunden hat, welche Sprachen das Kind spricht und in welcher Schriftsprache es alphabetisiert wurde. "Viele Probleme der letzten Jahre wären gar nicht erst aufgetreten, wenn wir Flüchtlingskinder ab dem ersten Tag in Österreich beschulen würden."


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