diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Heinisch-Hosek sucht rote Frauen

04.11.2009 | 18:22 | Claudia Dannhauser (Die Presse)

SPÖ-Frauenchefin will 2500 neue Funktionärinnen. Heinisch-Hosek will bei ihrem Abtreten jedenfalls „zehn junge Frauen aufzählen können, die meine Nachfolge antreten könnten“.

WIEN. „Wir sind stolz auf unsere Ikonen“, sagt Gabriele Heinisch-Hosek. „Das reicht aber nicht.“ Deswegen will die SPÖ-Frauenchefin und Frauenministerin anlässlich des 100.Geburtstags, den die SPÖ-Frauenbewegung heute feiert, nicht nur Rosa Jochmann oder Johanna Dohnal ehren. Sie will in ihrer Amtszeit die Zahl aktiver SPÖ-Funktionärinnen von 7500 auf 10.000 erhöhen.

Um das zu erreichen, will die SPÖ-Frauenchefin „rechtzeitig darauf schauen, dass frau sie hat, wenn frau sie braucht“: Sie lädt Fokusgruppen ein und startet eine Bundesländer-Tour. „Weil die Bedürfnisse von Städterinnen und Landbewohnerinnen absolut unterschiedlich sind.“ Und weil sie möglichst viele Eindrücke und Ansprüche sammeln will – von Alleinerzieherinnen, Studentinnen oder Berufstätigen bis zu Biobäuerinnen. Unter diesen Frauen hofft die SPÖ-Frauenchefin dann, eine Reihe von Nachwuchspolitikerinnen zu finden, die man professionell im Renner-Institut in Kursen auf die politische Laufbahn vorbereiten will. Heinisch-Hosek ist aber Realist genug, um zu wissen, dass die SPÖ derzeit wenig attraktiv für junge Frauen ist. Eine Reihe „verkrusteter Strukturen“ sei zu entfernen.

Eine andere Variante, Nachwuchs zu rekrutieren, sieht Heinisch-Hosek im Aufbau von Vorbildern. Sie will „Frauen der Zukunft“ ansprechen und in Kreisky-Manier gewinnen, ein Stück des Weges mit der SPÖ zu gehen. „Sie müssen ja nicht unbedingt ein Parteibuch nehmen.“ Sie sollten die SPÖ nur eine Zeitlang thematisch begleiten und im Idealfall natürlich dabei bleiben.

Heinisch-Hosek will bei ihrem Abtreten jedenfalls „zehn junge Frauen aufzählen können, die meine Nachfolge antreten könnten“. Und damit die dann auch Aufstiegschancen haben, soll die Quotenregelung in der SPÖ beim nächsten Parteitag mit empfindlichen Sanktionen versehen werden.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com