Im Wahlkampf für die Personalvertretungswahl des Bundes am 25. und 26. November wird die Volkspartei von den eigenen Gewerkschaftern attackiert. Nachdem die ÖVP-nahe Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) schon beim Wahlkampfauftakt das von der ÖVP geforderte vorzeitige Auslaufen der Hackler-Pensionsregelung heftig kritisiert hatte, werfen nun die niederösterreichischen Landeslehrer im ÖAAB der ÖVP vor, ihnen mit dem Eintreten für Ganztagsschulen in den Rücken zu fallen. Der Chef der FCG-Beamten Fritz Neugebauer bezeichnet das jedoch als "Einzelmeinung".
Niederösterreicher sind empört
In einem Brief an Außenminister und ÖAAB-Obmann Michael Spindelegger beklagt der Obmann der niederösterreichischen Landeslehrer, Helmut Ertl, das Eintreten der ÖVP für Ganztagsschulen und schreibt: "Wir haben unseren Wahlkampf auf das direkte 'Lehrerfeindbild' Schmied (Unterrichtsministerin Claudia, Anmerkung) ausgerichtet" und nun eröffne die ÖVP "eine Front, die unseren Mitbewerbern alle Chancen zum Gegenangriff bietet. Ich frage mich ernsthaft, muss das sechs Wochen vor unserem Wahlgang sein, hätte nicht auch der 27. November 2009 gereicht?".
Viele Lehrer und Funktionäre fühlten sich nun "von der ÖVP verraten und verkauft" . "Wo bleibt die angekündigte Geschlossenheit und Einigkeit und das Stillhalteabkommen bis zur Wahl?", fragt der FCG-Lehrervertreter.
Neugebauer erklärte dazu, er identifiziere sich nicht mit dieser Meinung. Es gebe keine Feindbilder, betonte der GÖD-Vorsitzende, der sich für eine sachliche Diskussion aussprach.