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Der neue Wissenschaftsminister ist eine Frau

06.11.2009 | 18:12 |  (Die Presse)

Beatrix Karl oder Henriette Egerth-Stadlhuber könnten Johannes Hahn folgen.

Noch ist sie einer breiteren Öffentlichkeit nicht aufgefallen: Beatrix Karl (41), erst seit Sommer dieses Jahres Generalsekretärin des schwarzen Arbeitnehmerbundes ÖAAB, könnte bereits zum nächsten Karrieresprung ansetzen: Auf der Gerüchtefront kursiert der Name der karenzierten Universitätsprofessorin als neue Wissenschaftsministerin.

Aber die Juristin ist nicht die einzige Kandidatin: Als heißer Tipp gilt auch die Ökonomin Henriette Egerth-Stadlhuber (38). Sie ist Chefin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft des Bundes, die Forschungsprojekte in Wissenschaft und Wirtschaft fördert, und könnte übrigens Hahn durchaus einige Ezzes auf dem Weg nach Brüssel mitgeben. Schließlich arbeitete Egerth einige Jahre in der Kommission. Die Powerfrau ist unter anderem Telekom-Aufsichtsrätin, politische Funktionen hatte sie aber bisher nicht. Allerdings war sie (wie Karl) in das „Perspektivenpapier“ eingebunden, das ÖVP-Chef Josef Pröll vor zwei Jahren präsentierte. Auch andere aus diesem Thinktank (etwa Fritz Kaltenegger) haben unter Pröll später einen weiteren Karriereschritt gemacht.

Sollte Karl das Rennen machen, scheint ihr der ÖAAB dabei keine Steine in den Weg zu legen: Auf die Frage, ob er ausschließe, dass sie Ministerin wird, meinte Außenminister und ÖAAB-Chef Michael Spindelegger in einem Interview für die kommende „Presse am Sonntag“: „Ich würde das nicht ausschließen, ganz im Gegenteil, weil sie eine hervorragende Frau ist.“ Bis Hahn aber tatsächlich seinen Kommissarsjob antritt, werden noch drei Monate vergehen. Die ÖVP hat also Zeit.

In der Partei mehrt sich jedoch gleichzeitig die Kritik an Hahn. Einerseits heißt es, dass er sich im Match mit den universitären „Facebook-Pfadfindern“ nicht gut geschlagen hat. Andererseits wurde in einer ÖVP-Klubsitzung am Donnerstag heftige Kritik an seiner Nominierung als EU-Kommissar geübt. Josef Pröll habe Wilhelm Molterer auf Druck der SPÖ im Stich gelassen, so die Verärgerten. Ex-Parteichef Wolfgang Schüssel meinte in dieser Sitzung in Richtung Hahn, dieser hätte der Regierung auf die Frage nach seiner Nominierung eine einfache Antwort geben können: „Nein“.

Auch der Traum der Wiener ÖVP, einen Obmann zu haben, der in der Bundesregierung sitzt, dürfte endgültig geplatzt sein. Eine Möglichkeit dazu hätte es mit der Wiener Nationalratsabgeordneten Katharina Cortolezis-Schlager gegeben, die schon vor zwei Jahren als mögliche Ministerin gehandelt wurde. Sie hat seinerzeit übrigens ebenfalls eine Perspektivengruppe für Pröll geleitet.

Sicher aus dem Rennen um den Wissenschaftsminister ist Rektorenchef Christoph Badelt. Ein zweiter Parteiloser – neben Claudia Bandion-Ortner – würde seltsam wirken, meint man in der Partei. Die Amtsführung der Quereinsteigerin hält man im Übrigen noch für ausbaufähig – freundlich ausgedrückt.


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