WIEN (kom). Die von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner vorgeschlagene Anhebung der Bilanzierungsgrenze für Einzelunternehmer und Personengesellschaften von 400.000 auf 700.000 Euro wird den Trend „raus aus der GmbH“ stärken. Diese Ansicht vertritt Gottfried Maria Sulz, Steuerberater und Geschäftsführender Gesellschafter von TPA Horvath. Als Grund für die verbreitete Flucht aus der GmbH nennt er etwa die Lohnnebenkosten für die Geschäftsführer und die schwindenden Steuervorteile bei GmbH, die nicht thesaurieren, sondern ausschütten.
Klein-GmbH unter der Umsatzgrenze könnten sich mit einer Umwandlung zwar Kosten der Bilanzierung und der Inventur sparen; dem stünde allerdings eine zu erwartende Verteuerung der Finanzierung dieser Unternehmen gegenüber, weil Banken mangels Bilanzen höhere Zinsen für Kredite verlangen würden. „Die Bilanz ist oft das Um und Auf, um einen Kredit zu bekommen“, so Sulz.
Das Justizministerium hat die Einsparungseffekte für Unternehmen auf 55 Mio. Euro jährlich geschätzt, die teilweise zulasten der Wirtschaftstreuhänder gehen. „So riesig werden die Einsparungen nicht sein“, meint dagegen Sulz.