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Enzymcocktails im Dienste der Industrie

21.07.2012 | 17:42 | ku (Die Presse)

Der gleichzeitige Einsatz mehrerer Enzyme macht umweltschonende Kunststoffproduktion möglich.

Die industrielle Biotechnologie – im Unterschied zur „roten“ (Medizin) und „grünen“ (Landwirtschaft) auch „weiße“ oder „graue“ Biotechnologie genannt – nutzt Enzyme für technische Zwecke. Im Fokus stehen dabei chemische Reaktionen, die derzeit nur unter harschen Bedingungen wie hohen Temperaturen und Drücken durchgeführt werden können. Mit Enzymen aus Mikroorganismen lassen sich viele Synthesen künftig bei Umgebungsbedingungen und damit wesentlich umweltschonender durchführen. Zudem werden durch die Biokatalysatoren komplexere Synthesen möglich.

Im Vergleich zu den Vorbildern aus der Natur ist die Biotechnologie allerdings noch recht plump unterwegs. Denn derzeit wird ein Enzym nach dem anderen eingesetzt – während in einer lebenden Zelle Tausende von Enzymen gleichzeitig tätig sind. Diese Hürde wird nun überschritten: Ein Team um den Chemiker Wolfgang Kroutil (Uni Graz und Acib) hat eine Methode entwickelt, bei der drei Enzyme gleichzeitig arbeiten und dabei quasi in einem Schritt ein Amin produzieren, aus dem ein Spezialkunststoff hergestellt werden kann. „Die drei Enzyme arbeiten wie die Zahnräder in einem Uhrwerk zusammen“, so Kroutil. „Der Abfall des einen Enzyms wird von einem anderen als wichtiger Hilfsstoff eingesetzt.“


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