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Als die Antarktis noch Palmen trug

03.08.2012 | 18:47 |  (Die Presse)

Vor 52 Mio. Jahren gedieh an der Küste des heutigen eisigen Kontinents tropischer Wald. Zehn Grad hatte es sogar in den lichtlosen Wintermonaten.

Dass die Antarktis nicht immer kilometerdick vergletschert war, wusste man schon lange: Das Eis kam erst vor 34 Millionen Jahren, vorher war die Landschaft grün. Aber wie grün? Das war schwer zu erkunden, die Gletscher hatten ein zentrales Klimaarchiv – die Sedimente – entweder weggeschafft, oder sie legten sich als zu mächtige Barriere darüber. Deshalb hat ein Team um den Paläoklimatologen Jörg Pross (Frankfurt) an der Küste gebohrt – beim Wilkesland –, dorthin wurden viele Sedimente verfrachtet, in vier Kilometer Tiefe liegen sie im Meeresgrund. In diesen Sedimenten fanden sich Pollen und Sporen von Palmen und anderen tropischen Gewächsen, die vor 52 Millionen Jahren am warmen Rand des Kontinents gediehen. (Im Inneren wuchs subtropischer Regenwald.)

Zehn Grad hatte es sogar in den lichtlosen Wintermonaten, das zeigten biologische „Thermometer“, Bodenbakterien, deren Zellwände je nach Temperatur leicht anders ausfallen (Nature, 4888, S.73). Und warum war es so warm? Die CO2-Gehalte waren höher, etwa doppelt so hoch wie heute, das bescherte global um fünf Grad höhere Temperaturen. Die anderen fünf in der Antarktis kamen von geänderten Meeresströmungen: Vom Äquator her strömte mehr wärmeres Wasser in den Süden. jl


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