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Medizin: Kein Joint für jungen Freund!

27.08.2012 | 21:00 |  (Die Presse)

Haschisch greift irreversibel in die Hirnentwicklung ein – es senkt den IQ –, wenn es zu früh konsumiert wird, das zeigt eine Langzeitstudie.

„Don't Bogart That Joint, My Friend  / Pass It Over to Me!“ So klang es 1969 in „Easy Rider“, und das mit der neuen Droge noch kaum vertraute Publikum spitzte die Ohren: Humphrey Bogart sog an den Zigaretten aus Tabak bis zum letzten Zug, aber bei den vielzackigen Blättern mit Tetrahydrocannabinol (THC) darin sollte alles anders sein: Der Joint kreist, das ist einer der Unterschiede.

Der zweite liegt darin, dass Tabakrauch auf das Bewusstsein keinen Einfluss hat, Cannabis schon, seit 4000 Jahren wird es als entspannende Droge konsumiert, mit „Easy Rider“ wurde es auch im Westen zur weitverbreiteten Modedroge. Dann flaute es ab, jetzt kommt es wieder, Teenager in den USA greifen häufiger zum Joint als zur Zigarette. Ob das Folgen für das Gehirn hat – kurz- oder langzeitige –, war lange unklar, in den 1990er-Jahren kam Entwarnung.

Allerdings hatte schon 1845 der französische Psychiater Moreau des Tours einen Versuch an sich und seinen Studenten unternommen – im „Club de Haschischins“: Er protokollierte „akute psychotische Reaktionen“, spätere Tests bestätigten das, es blieb umstritten, es ging auch um Kurzzeiteffekte.

Ärgeres meldet nun Madeline Meier (Duke): „Haschisch ist nicht harmlos, vor allem nicht für Heranwachsende“ (Pnas, 27. 8.). Meier hat eine Langzeitstudie ausgewertet, die in Neuseeland das Leben von Menschen dokumentiert, die 1972 geboren wurden. Viele von ihnen drehen Joints, fünf Prozent taten es schon als Jugendliche, im Alter von unter 18. Und die hatten im Alter von 38 einen geringeren IQ – 92 statt 100 – als Menschen, die nie zur Droge griffen oder es erst später taten. Absetzen hilft nichts, die Schäden am Gehirn sind irreversibel. jl


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