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Zum Schutz von Mais und Bienen

07.11.2009 | 18:24 | von Veronika Schmidt (Die Presse)

Die Bekämpfung von Maisschädlingen soll den Bienen in Zukunft nicht mehr schaden.

Die Beziehung zwischen den Bienchen und den Blümchen ist jedem Kind bekannt. Welche Beziehung aber Bienen und Pflanzenschutzmittel im Maisanbau haben, wird erst seit Kurzem erforscht. Anlass dafür: In Deutschland kam es im Umfeld von Maisfeldern, auf denen „gebeiztes Saatgut“ aufgebracht worden war, zu verstärktem Bienensterben. Das „große Bienensterben“ in vielen Regionen der Welt hat verschiedenste Ursachen, von denen einige noch ein Rätsel für die Wissenschaft darstellen. Der Zusammenhang zwischen dem Beizmittel der Nutzpflanzen und den Schäden an Bienenvölkern wurde aber eindeutig bestätigt. Insektentötende Beizmittel, die zum Schutz gegen Maiswurzelbohrer und Drahtwurm auf Maiskörner aufgebracht werden, führen zu staubigem Abrieb. Dieser kann bei ungünstiger Witterung (Wind) und schlecht angepassten Sämaschinen, die im Frühling die Maiskörner aufs Feld bringen, ins Umland verblasen werden. Wenn dort Bienen Nektar und Pollen sammeln, schadet ihnen der vom Winde verwehte Beizmittelabrieb. „Obwohl in Österreich der Zusammenhang nicht akut war, haben wir Anfang des Jahres das Projekt ,Melissa‘ ins Leben gerufen“, sagt Leopold Girsch, Bereichsleiter für Landwirtschaft in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Diese Untersuchungen zeigten, dass auch hier die Bienen zu leiden hatten, wenn gebeizte Maiskörner gesät wurden.


Langer Winter. „Wir nehmen an, dass der lange Winter heuer ein Grund war, dass in einzelnen Regionen die Bienen zu Schaden kamen“, so Girsch. Denn dadurch musste die Maisaussaat später als sonst und sehr schnell abgewickelt werden. „Zu diesem Zeitpunkt standen Obst- und andere Bäume und Wiesenblumen bereits in voller Blüte.“ Die dort sammelnden Bienen kamen – laut „Melissa“ – regional begrenzt (an 22 Örtlichkeiten) durch den Beizmittelstaub des Saatgutes zu Schaden.

Es hängt aber auch mit den „Deflektoren“ zusammen – Teilen pneumatischer Sägeräte, die den Staub des Saatguts nicht in die Luft, sondern direkt in den Boden blasen. „Wo nicht flächendeckend Deflektoren eingesetzt werden, kann es leichter zu Schäden der Bienenvölker kommen.“ Die AGES hat nun eine neue Beizmittelstrategie ausgegeben, nach der sowohl die Grenzwerte des Beizmittelabriebs in Saatgutsäcken strenger geregelt werden als auch eine lückenlose Verwendung von Geräten mit Deflektoren gefordert wird.

„Über Schulungsmaßnahmen können wir jeden Bauern erreichen. Es muss Teil der guten Praxis sein, sich an die neuen Regeln zu halten“, so Girsch. Über das Pflanzenschutzgrundsatzgesetz liegt es dann im Bereich der Bundesländer, dies zu kontrollieren, damit sowohl der wichtige Maisanbau (flächenmäßig die bedeutendste Kulturpflanze in Österreich) als auch die Bienenvölker rund um die Maisfelder geschützt werden.


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