„Opel hat es verdient, geholfen zu werden“, sagte kürzlich Magna-Geschäftsführer Siegfried Wolf. Inhaltlich inzwischen fraglich, da nach der Kehrtwende von General Motors die staatlichen Finanzspritzen ja keineswegs mehr sicher sind. Uns interessiert aber natürlich vor allem die sprachliche Seite dieser Aussage. Mit ihrem grammatikalisch bewusst falschen Satz „Da werden Sie geholfen“ eroberte die deutsche Entertainerin Verona Feldbusch (jetzt Pooth) vor einigen Jahren die Schlagzeilen. Im Internet findet sich die Formulierung weiterhin auf Such-/Hilfs-/Ratgeberportalen.
In der deutschen Sprache bleibt es aber dabei, dass man jemandem im Dativ hilft – anders als etwa im Französischen, wo helfen tatsächlich transitiv ist. Da lässt sich die Hilfe natürlich problemlos ins Passiv transponieren, nach dem Motto: Ich werde geholfen. Im Deutschen jedoch ist uns nicht so leicht zu helfen, der GM-Tochter Opel schon gar nicht.
„An der Uni Graz hat sich ein Team von Germanisten genau diesem Problem angenommen“, schreibt eine Kollegin der „Presse“. Nicht des oben genannten übrigens. Und natürlich sollte es sich nicht diesem Problem, sondern dieses Problems annehmen. Seit vielen Jahren schon schickt mir eine Leserin solche „Stilblüten“ aus dem eigenen Blatt. Dass es sich immer wieder um dieselben Fehler handelt, ist für die Sprachspalterin frustrierend. Die „Presse“ als Dorado für die Fehlersuche?
Eva Male