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Zeit, eine Grenze zu ziehen

27.07.2012 | 18:26 | Von Philipp und Valentin Hübner (Die Presse)

Sommer, Ferien, Urlaub: Der Geist dürstet nach Beschäftigung. Zeit also für die jährliche „Spectrum“-Sommerrätselserie. Teil eins: die neuen „Chiiki“-Logikrätsel.

Wir wollen unsere traditionelle „Spectrum“-Rätselserie – heuer, wie es sich gehört, wieder im Sommer –, bei der wir Ihnen Neues aus der Welt der Logikrätsel vorstellen, mit einem Eigenbau beginnen: „Chiiki“ hat Valentin Hübner, einer der Autoren dieses Artikels, erfunden.

Bei Chiiki – das japanische Wort heißt „Gebiet“, „Eingrenzung“ – ist es Ihre Aufgabe, die Felder eines Rasters in mehrere Bereiche zu teilen. Dabei steht jeder Buchstabe für genau einen Bereich. Es dürfen nie mehr als drei gleiche Buchstaben direkt hintereinander in einer waagrechten oder senkrechten Reihe stehen („Dreierregel“), und jeder Bereich muss mindestens vier Felder haben („Viererregel“). An den Grenzstrichen, von denen einige bereits vorgegeben sind, treffen immer zwei verschiedene Bereiche (also verschiedene Buchstaben) aufeinander. Wir werden nun den Lösungsvorgang anhand eines leichten Rätsels mit der Größe 6x6 Schritt für Schritt erklären.
Schritt 1: Zwischen b1 und b2 können wir sofort einen Grenzstrich ziehen, da b1 zum Bereich B gehört, b2 aber zum Bereich G. c1 muss ebenfalls zu B gehören. Andernfalls wäre b1 vollkommen zwischen fremden Bereichen eingeschlossen. Bereich B bestünde also nur aus einem einzigen Feld, was ja durch die Viererregel ausgeschlossen wird.

a1 kann nicht zu E gehören. Jede Verbindung zwischen a1 und a4 müsste nämlich die Felder a2 und a3 einschließen. Damit wären vier Felder in einer Reihe Teil von Bereich E, was laut Dreierregel nicht erlaubt ist. Alle anderen Bereiche müssten, um zu a1 zu gelangen, am Bereich E vorbei und würden diesen dadurch auf maximal drei Felder einschränken, was laut Viererregel zu wenig ist. Somit bleibt nur noch G, um a1 zu füllen. Der einzige Weg geht über a2.


Schritt 2: d4 und f6 gehören zum selben Bereich, daher müssen sie miteinander verbunden sein. Es ist leicht ersichtlich, dass e5 deswegen auch zu C gehören muss, andernfalls wären d4 und f6 voneinander abgetrennt. d5 ist nun allein von Feldern des Bereichs C (und Bereichsgrenzen) umgeben, es kann also nur selbst Teil von C sein. Ob Bereich F sich auf das Feld f5 erstreckt, ist noch unklar, er braucht jedoch laut Viererregel mindestens drei weitere Felder. Nach unten hin kann sich F nur um ein Feld (das fragliche Feld f5) ausdehnen, daher müssen f3 und e3 zum Bereich F gehören.
Schritt 3: e4 und f4 sind durch eine Bereichsgrenze voneinander getrennt, dürfen also nicht zum selben Bereich gehören. Da f4 zu F gehört, kann e4 kein Teil von F sein. Kein anderer Bereich außer C kann dieses Feld erreichen, da es schon vollständig von ausgefüllten Feldern umgeben ist. Wir markieren es mit „C“ und zeichnen die Bereichsgrenze ein. Würde sich Bereich A nicht bis d2 erstrecken, blieben ihm nur die Felder c2, d3 und c3, welches schon eingezeichnet ist. Da er aber wie jeder Bereich mindestens vier Felder besitzen muss, gehört d2 sicher zu A. Weil der Bereich nun rechts oben noch genug Platz hat, können wir vorerst nicht sagen, ob c2 und d3 zu ihm gehören. Bereich B kann sich aufgrund der Dreierregel nicht bis e1 erstrecken. Daher müssen d1 und c2 unbedingt zu B gehören, damit die minimal geforderten vier Felder erreicht werden.

Schritt 4: Wir können zwischen d1 und e1 eine Grenze ziehen, da B ja e1 nicht besetzen darf und somit abgeschlossen ist. Betrachten wir das Feld f2: Es könnte von A und F erreicht werden, jedoch darf es nicht zu F gehören, da es durch die Grenze f2-f3 von einem F-Feld getrennt ist. Es bleibt nur A, um f2 zu füllen. Um dorthin zu gelangen, muss der Bereich zwangsläufig das Feld e2 passieren. Auch e1 und f1 sind dadurch von A umschlossen und müssen dem Bereich angehören. Um c3 mit dem Rest von Bereich A zu verbinden, muss d3 ebenfalls zu A gehören. A ist abgeschlossen.

Um die erforderlichen vier Felder zu erreichen, muss sich F noch bis auf f5 erstrecken, wodurch auch dieser Bereich abgeschlossen ist. Nun ist ebenfalls ersichtlich, dass Bereich C das Feld e6 benötigt, um nicht von f6 abgeschlossen zu werden.

Schritt 5: Auf d5-d6 liegt eine Bereichsgrenze; demnach kann d6 nicht zum Bereich C gehören. Würden E oder gar G bis nach unten reichen, um das Feld zu füllen, würden sie D zu stark einengen. d6 und in Folge auch c6 können also nur zu Bereich D gehören. Die Felder b6 bis d6 bilden nun eine Reihe von drei direkt aufeinanderfolgenden Feldern, daher muss a6 einem anderen Bereich angehören, sonst würde eine Viererreihe entstehen. G kann a6 nicht mehr erreichen, ohne E zu viel Platz wegzunehmen, also können wir in a6 und dem notwendigen Verbindungsfeld a5 ein E einzeichnen.

Schritt 6: Wegen der Dreierregel können wir auch gleich die Grenze a3-a4 einzeichnen. Als erforderliches viertes Feld muss c5 zu D gehören. Aus demselben Grund muss Bereich E auf b5 erweitert werden, womit D abgeschlossen ist. Auch E kann keine weiteren Felder erreichen, da b4 wegen der Grenze a4-b4 nicht zu E gehören kann. Somit bleibt allen verbleibenden Feldern nur der letzte Bereich, G. Das Rätsel ist gelöst!

Wenn Ihnen diese Rätsel gefallen, finden Sie unten vier Rätsel ansteigenden Schwierigkeitsgrades. Außerdem können Sie auf www.puzzlephil.com/index.php/shop/chiikiein Rätsel-pdf mit 100 weiteren „Chiikis“ kaufen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß! ■


„Angelo“ und „Wortspielereien“ entfallen während unserer Sommer-Rätselserie.


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