Selbstverständlich lässt sich einiges einwenden gegen die zwei Personen, die vor ungefähr drei Jahrzehnten zusammenarbeiteten anlässlich der Produktion eines Kunstwerkes (um hier das Wort Kollaboration zu vermeiden). Da verband sie bereits einiges, obwohl es die erste persönliche Begegnung war. Wenn wir ein Auge zudrücken, war es ein Olympioniken-Treffen. Denn er, der Mann, hatte die Silbermedaille für Bildhauerei im Rahmenprogramm bei den Olympischen Spielen 1936 errungen. Sie hingegen hatte zweimal erfolgreich nach Gold gegriffen – das erste Mal im Jahr 1972 (in dem er seine Autobiografie herausbrachte). Sie war damals 16 Jahre alt.
Er wurde 1900 als ältester Sohn eines Steinmetzmeisters und Grabmalkünstlersin Elberfeld (heute ein Stadtteil Wuppertals) geboren, besuchte die örtliche Kunstgewerbeschule, sodann die Düsseldorfer Kunstakademie. Bei einer Paris-Reise lernte er Jean Cocteau, Jean Renoir, Pablo Picasso kennen. Das hat ihn nicht so geprägt wie seine ersten bildhauerischen Auftragsarbeiten, die wohl nicht zufällig Kriegerdenkmäler waren. Das Heroische sollte auch weiter Seines sein, zumal es bald auch politisch gefragt war. Seine Arbeiten wurden als „gestaltete Gesinnung, formgewordene Weltanschauung“ gepriesen. An Aufträgen mangelte es ihm nun nicht, in der Kriegszeit konnte er 27,4 Millionen Reichsmark einstreifen. Damit vermochte er auch die Sühnegebühr für seine Verwicklung ins NS-System zu bezahlen; sie betrug 100 Mark. In den neun Jahrzehnten seines Lebens war er die längste Zeit umstritten, geschmäht als „Konfektionär des Pathos“ und „Michelangelo des Dritten Reiches“. Knapp wurde das Wort „GRÖBAZ“ vermieden.
Sie, die Frau, war 1983 in einem Karrieretief und daher wohl geschmeichelt, dass sie dem Monumentalisten für eine Bronzeplastik Modell stehen sollte. Dass also er, „der Größte überhaupt“, ihren Körper als „sakrales Gefäß“ verewigenwollte. Nun gut, vielleicht stimmt der Roganismus, dass Hirn im Schädel eher ein Erfolgshemmer ist. In der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ jedenfalls wurde der Schwärmerin geraten: „Mädchen, bleib bei deiner Latte!“ Was das Mädchen auch erfolgreich tat. ■
Wer traf wen? Wann und wo holte die
Sportlerin die zweite Goldene? Wer hatte
bei der ersten Goldenen das Nachsehen?