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Treffer: Gern herrschen, gern leiden

15.06.2012 | 18:40 |  (Die Presse)

Er forderte von seiner Frau absolute Ergebenheit. Von Beginn an ist es eine sadomasochistische Beziehung: Sie ist von seiner Dominanz überwältigt, er nutzt ihre Leidensfähigkeit schamlos aus.

Er forderte von seiner Frau absolute Ergebenheit. Von Beginn an ist es eine sadomasochistische Beziehung: Sie ist von seiner Dominanz überwältigt, er nutzt ihre Leidensfähigkeit schamlos aus. Mit antiker Unausweichlichkeit steuert die Ehe auf die Tragödie zu. Als sie mit Hilfe eines Freundes aus dem ehelichen Wohnhaus auszubrechen versucht, verursacht sie einen Unfall, bei dem der Freund stirbt und sie gelähmt zurückbleibt.

Kritiker sahen in diesem Filmstoff eine Hollywood-Variante zu Fontanes „Effi Briest“, andere wollten darin Ähnlichkeiten mit einer Kurzgeschichte des Thrillerautors Cornell Woolrich entdecken. Eine solche Ehe gab es aber tatsächlich. Der Regisseur hat den Film als ein Porträt der Beziehung seiner Eltern angelegt. Das vertraute er während der Dreharbeitendes Streifens seinem Hauptdarsteller an. „Die Figur der Frau, das war seine Mutter, und die Figur des Mannes, den ich verkörperte, das war ohne Zweifel sein Vater“, gab der Schauspieler zu Protokoll. Dass er den sadistischen Ehemann spielte, war ihm keineswegs auf den Leib geschrieben. Jahrelang war er aufgrund einer Rolle, die ihn weltberühmt gemacht hatte, für keinen Film mehr engagiert worden. Seit dieser Rolle als erster Staatsbeamter haftete ihm ein süßlicher Geruch an.

Der Regisseur war bekannt dafür,Schauspieler gegen ihr Image zu besetzen und sie dann mit der ungewohnten Aufgabe allein zu lassen. Der Schauspieler zögerte auch keine Sekunde, die Rolle des quälenden Gesponses in dem mit einem Vornamen betitelten Film anzunehmen. Konnte er doch die Produzenten damit von seiner darstellerischen Bandbreite überzeugen. Am Set jedoch erlebte er dann „etwas radikal Neues“. Er zollte dem Regisseur zwar Hochachtung, gestand aber, dass dieser „in einem konventionellen Sinne kein freundlicher Mensch“ gewesen sei. Umgekehrt scheintdie Rechnung des Regisseurs aufgegangen zu sein. Er lobte die Zusammenarbeit mit dem Darsteller so: „Wir waren schnell und konkret und haben uns wunderbar verstanden.“

Als der Film 1974 erstmals im Fernsehen lief, reagierten die Zuschauer, vom Regisseur einkalkuliert, vom Schauspieler befürchtet, mit wütenden Briefen und Beschimpfungen. ■


Wer traf wen? Wie heißt der Film? Welche
Rolle machte den Schauspieler berühmt?


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