"Wieder ein Voll-Treffer gegen Constantini" titelte die deutsche "Bild"-Zeitung zur jüngsten Topleistung von Andreas Ivanschitz und ernannte den Österreicher zum "Ivanator". Der Burgenländer hatte beim 3:3 bei Meister VfL Wolfsburg für seine Mainzer ein Tor vorbereitet und einen Freistoß prachtvoll verwandelt. Für den deutschen "kicker" war Ivanschitz der "Spieler des Spiels" und wurde zum bereits vierten Mal in die "Elf des Spieltags" gewählt.
"Legte das 1:2 auf, traf per Traumfreistoß zum 2:2. Der Österreicher führte Mainz nach frühem Rückstand zurück ins Spiel", lautete die Begündung.
In beiden Medien - wie in vielen anderen auch - wundert man sich, warum der Topscorer der deutschen Bundesliga (6 Tore, 6 Vorlagen) nicht gut genug für Österreichs Nationalteam ist. "Alle 14 Tage nicht, wenig nach hinten, nicht die Kraft für 90 Minuten" wurden Äußerungen von ÖFB-Teamchef Didi Constantini vor dem Spiel bei Wolfsburg zitiert.
Ivanschitz: Seitenhiebe gegen Constantini
Ivanschitz selbst würde gerne im ÖFB-Team spielen: "Grundsätzlich würde ich mich natürlich freuen, wenn ich nominiert werde. Ich bin gut in Form und könnte der Mannschaft helfen" und verteilt weitere Seitenhiebe in Richtung Constantini: "Wir haben kaum Kontakt", beschrieb Ivanschitz sein Verhältnis zum Teamchef und fügte hinzu: "Und das liegt nicht an mir, sondern an ihm. Constantini ist sehr distanziert mir gegenüber."
Ibertsberger: Sieg und Hinrunden-Aus
Auch Andreas Ibertsberger zählte mit der TSG Hoffenheim eigentlich zu den Gewinnern des Spieltags: Beim 1:0 beim SC Freiburg spielte der Österreicher diesmal als Linksverteidiger durch und zeigte eine solide Leistung ("kicker"-Note "3"). Hoffenheim zog mit diesem Sieg am FC Bayern vorbei und belegt nun Platz fünf.
Doch wie am Montag festgestellt wurde, hat sich Ibertsberger kurz vor Spielende beim einem Kopfballduell einen Jochbeinbruch sowie einen Bruch der Augenhöhle und der Kieferhöhle zugezogen. Der Österreicher wurde noch am Montag operiert. Laut Trainer Ralf Rangnick wird der Salzburger vor Weihnachten "realistisch betrachtet nicht mehr spielen".
Beim Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfL Bochum (2:1) blieb ein mögliches Österreicher-Duell aus: Christian Fuchs spielte bei den Gästen zwar links in der Abwehr-Viererkette durch, bei Frankfurt blieb Ümit Korkmaz aber nur auf der Ersatzbank. Bei Bochum, das eine schwache Leistung bot, zeigte der Trainerwechsel zu Heiko Herrlich unter der Woche keine Wirkung, die Westfalen bleiben auf einem Abstiegsplatz. Mit der "kicker"-Note "4,5" zählt Fuchs sogar noch zu den besseren Spielern.
An der Spitze schob sich das Feld enger zusammen: Nur drei Punkte trennen Spitzenreiter Bayer Leverkusen (2:2 bei Schalke) von den fünftplatzieren Hoffenheimern. Rapids Europa League-Gegner HSV musste mit dem überrschenden 2:3 zuhause gegen Nachzügler Mönchengladbach die erste Saisonniederlage einstecken. Werder Bremen, das am Donnerstag die Wiener Austria empfängt, kam bei Nürnberg in letzter Minute noch zu einem 2:2 (mehr dazu ...) . Bei Bremen zog sich Kapitän Torsten Frings einen Muskelfaserriss zu und wird den seit 17 Pflichtspielen ungeschlagenen Norddeutschen gegen die Austria fehlen. Der zuletzt verletzte Torjäger Claudio Pizarro soll dagegen sein Comeback feiern.
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Italien: Schwere Zeiten für Hoffer
Der SSC Neapel befindet sich unter seinem neuen Trainer Walter Mazzari weiter im Aufwind: Bei Juventus Turin siegten die Hellblauen sensationell mit 3:2 und sind nun bereits Fünfter der Serie A. Vor vier Wochen dümpelte Neapel noch im Tabellenkeller herum. Für Erwin Hoffer hat die Aufholjagd aber einen bitteren Beigeschmack: Er kommt unter Mazzari nicht mehr zum Zug, dieses Mal stand der Österreicher nicht einmal im Kader. Bei den Turinern, die nach Toren durch Trezeguet (35.) und Giovinco (54.) schon wie die sicheren Sieger aussahen, saß Alexander Manninger immerhin auf der Bank. Der Österreicher musste mitansehen, wie ein Doppelpack des Slowaken Marek Hamsik (59./81.) und ein Treffer von Datolo (64.) die Partie noch drehten. Derzeit fehlt es Hoffer an Argumenten für einen Einsatz, ein Zustand, der noch länger andauern könnte.
An der Tabellenspitze zog Inter Mailand nach dem Juve-Patzer weiter davon: Die "Nerazzurri" siegten bei Nachzügler Livorno souverän 2:0 und bauten den Vorsprung auf die Verfolger Juve und Sampdoria Genua (0:0 gegen Bari) auf sieben Zähler aus. Für Inter, wo Marko Arnautovic erneut 90 Minuten nur auf der Bank Platz nehmen durfte, trafen Milito (49.) und Maicon (80.)
An der 0:3-Niederlage von Atalanta Bergamo bei Cagliari war György Garics nicht beteiligt. Der ÖFB-Nationalspieler stand nicht im Kader.
Lazio Rom, Gegner von Salzburg in der Europa League, findet nicht aus der Krise. Den Römern gelang auch beim Tabellenschlusslicht Siena (1:1) trotz einer 1:0-Führung durch Stefano Mauri (8.) kein Erfolg, weshalb der nationale Supercup-Sieger schon acht Runden sieglos und nur Tabellen-15. ist.
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England: Chelsea bleibt vorn
In der englischen Premier League verteidigte der FC Chelsea hat die Tabellenführung souverän. Nach dem 4:0 gegen die Bolton Wanderers im Ligapokal unter der Woche schlugen die "Blues" am Samstag den nordenglischen Klub auch in der Liga mit 4:0.
Chelsea musste sich in Bolton zunächst gedulden. Ein erster Treffer in der 31. Minute wurde wegen Abseitsstellung von Michael Ballack nicht anerkannt. Nach einem mit Rot geahndeten Foul von Jlloyd Samuel gelang Frank Lampard aber noch vor dem Wechsel die Führung (45./Foulelfmeter). Deco (61.), Zat Knight per Eigentor (83.) und Didier Drogba (91.) erhöhten zum 4:0-Endstand.
Erster Verfolger der "Blues ist weiter Manchester United, das dank Toren von Berbatow und Wayne Rooney 2:0 gegen die Blackburn Robers siegte. Der Meister liegt zwei Punkte hinter Chelsea und drei vor dem FC Arsenal, der den Stadtrivalen Tottenham Hotspur 3:0 besiegte.
Der mäßig in die Saison gestartete FC Liverpool unterlag unterdessen am Ende zu neunt beim FC Fulham 1:3 und verlor die Spitze weiter aus den Augen. Philipp Degen (79.) und Jamie Carragher (82.) sahen glatt Rot.
Paul Scharners Wigan Athletic unterlag in Portsmouth 0:4, der ÖFB-Teamspieler stand bis zur 59. Minute auf dem Platz. Die Wolverhampton Wanderers holten bei Stoke City dank zwei Treffern von Jody Craddock (46., 64.) ein 2:2. Der österreichische Stürmer Stefan Maierhofer wurde in der 73. Minute eingewechselt.
Pechvogel Pogatetz: Bei Comeback in der Startelf verletzt
In der zweiten Liga zog sich Emanuel Pogatetz (Middlesbrough) am Samstag gegen Plymouth Argyle einen Jochbeinbruch zu, nachdem er zum ersten Mal seit über sechs Monaten - den Verteidiger hatte eine Knieverletzung außer Gefecht gesetzt - in der Startformation von Middlesbrough gestanden war. Der ÖFB-Teamkapitän, der von Nationaltrainer Dietmar Constantini wohl ohnehin nicht in den Kader für das Spanien-Match berufen worden wäre, wurde bereits am Sonntag operiert und ist wohl sechs Wochen zum Zuschauen verurteilt.
Zwar überlegt man beim englischen Zweitligisten, den Steirer mit einer Gesichtsmaske schon früher einzusetzen, allerdings könnte dies mit Problemen verbunden sein, weil sich Pogatetz im März 2006 im Uefa Cup-Viertelfinale gegen den FC Basel eine ähnliche Blessur zuzog.
>>> Englands Premier League: Die Tabelle
Spanien: Barca spürt Reals Hauch im Nacken
Real Madrid hat in der spanischen Primera Division in die Erfolgsspur zurückgefunden. Vier Tage nach der 0:4-Cup-Schlappe beim Drittligisten AD Alcorcon gewannen die "Königlichen" gegen Getafe mit 2:0 (0:0). Der argentinische Stürmer Gonzalo Higuain sicherte der ab der 27. Minute nach einer Roten Karte für Raul Albiol in Unterzahl agierenden Elf von Coach Manuel Pellegrini vor 72.000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion mit einem Doppelpack (53., 56.) im Alleingang die drei Punkte.
Die Madrilenen (22) verkürzten damit den Abstand auf den FC Barcelona (23) nach der neunten Runde auf einen Punkt. Der Meister musste sich im Auswärtsspiel gegen Osasuna mit einem 1:1-Remis begnügen. Seydou Keita (72.) hatte den Titelverteidiger zwar in Front geschossen, ein Eigentor von Gerard Pique (90.) sicherte den Hausherren aber doch noch einen Punktgewinn.
Salzburgs Europa League-Gegner Villarreal kommt nach der längeren Krise immer besser in Schuss: Nachdem das "Gelbe U-Boot" am vergangegen Spieltag zum ersten Mal dreifach punkten konnte konnte, gab es am Sonntag gleich einen 5:0-Kantersieg gegen Teneriffa. Llorente stellte in der 17. Minute die Weichen Richtung Sieg, ehe die Kicker von der Ferieninsel kurz nach der Pause einen Dreifachschlag einstecken mussten. Pires (48.), Rossi (52.) und abermals Llorente (54.) stellten schenll auf 4:0, Cani (89.) setzte kurz vor dem Ende den Schlusspunkt.
Athletic Bilbao, Gruppengegner der Wiener Austria, besiegte Atletico Madrid vor 36.000 Zuschauern dank eines Treffers von Javi Martinez (20.) knapp mit 1:0. Bilbao ist mit 13 Punkten nach neun Runden Achter.
>>> Spaniens Primera Division: Die Tabelle
Die übrigen Europa League-Gegner der ÖFB-Klubs
RAPID WIEN (Gruppe C):
CELTIC GLASGOW - Kilmarnock 3:0 (2:0). Celtic Glasgow verteidigte die Tabellenführung in der schottischen Meisterschaft erfolgreich. Die Truppe von Trainer Tony Mowbray setzte sich am Samstag in der zehnten Runde durch Tore von Aiden McGeady (13.), Georgios Samaras (32.) und Niall McGinn (78.) souverän mit 3:0 gegen Kilmarnock durch.
HAPOEL TEL AVIV - Maccabi Tel Aviv 1:0 (1:0). Hapoel Tel Aviv feierte am Sonntag einen wichtigen Derby-Erfolg gegen Maccabi. Duglas De Silva erzielte schon nach zwölf Minuten den entscheidenden Treffer beim 1:0-Triumph. Rapids Donnerstag-Gegner verbesserte sich damit nach der achten Meisterschaftsrunde auf Rang zwei, hat allerdings schon neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer Maccabi Haifa.
STURM GRAZ (Gruppe F):
GALATASARAY ISTANBUL - Sivasspor 2:0 (2:0). Galatasaray Istanbul fuhr am Sonntag in der Süper Lig einen 2:0-Pflichtsieg gegen den Abstiegskandidaten Sivasspor ein. Für die Mannschaft des niederländischen Trainers Frank Rijkaard waren Shabani Nonda (11.) und Harry Kewell (45.) erfolgreich. Galatasaray liegt mit 25 Punkten nach elf Runden hinter Fenerbahce (28) auf Rang zwei.
PANATHINAIKOS ATHEN - Panionios Athen 2:1 (2:0). Panathinaikos Athen tankte mit einem 2:1-Derbysieg gegen Panionios Selbstvertrauen für das Europacup-Spiel bei Sturm Graz am Donnerstag. Der französische Teamstürmer Djibril Cisse entschied die Partie mit einem schnellen Doppelpack (9./Elfmeter, 11.) im Alleingang. Die Schützlinge von Henk ten Cate sind damit auch nach der neunten Runde ungeschlagen und führen weiterhin punktgleich vor Olympiakos Piräus (beide 25) die griechische Super League an.
Politehnica Iasi - DINAMO BUKAREST 1:3 (1:1). Dinamo Bukarest gab sich gegen Politehnica Iasi keine Blöße und siegte völlig verdient mit 3:1. Andrei (19., 63.) sowie Adrian Cristea (57.) machten den Auswärtserfolg des mitten im Titelkampf steckenden Tabellenfünften perfekt.
RED BULL SALZBURG (Gruppe G):
LEWSKI SOFIA - Lokomotive Mezdra 3:1 (0:1). Lewski Sofia feierte in der bulgarischen Meisterschaft mit einem 3:1 zu Hause gegen Lokomotive Mezdra den zweiten Erfolg in Serie. Cedric Bardon (50.), Georgi Sarmow (64.) und Enjo Krastowtschew (66.) drehten die Partie nach der Pause zugunsten des Tabellenfünften, der damit eine gelungene Generalprobe vor dem Europa-League-Spiel gegen Salzburg am Donnerstag absolvierte.
AUSTRIA Wien (Gruppe L):
NACIONAL FUNCHAL - Vitoria Setubal 2:1 (1:1). Nacional Funchal hat am Sonntag in der portugiesischen Meisterschaft einen 2:1-Zittersieg gegen Vitoria Setubal gefeiert. Goncalves Cardoso Anselmo bewahrte die auf Rang fünf liegende Mannschaft von der Blumeninsel mit seinem Treffer in der 86. Minute vor einem Punktverlust gegen den Tabellenvorletzten.