diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Desolate Bayern vor dem Champions League-Aus

03.11.2009 | 22:54 |  (DiePresse.com)

Der FC Bayern unterliegt Girondins Bordeaux auch zuhause. Die Franzosen sind weiter, die Münchner fast schon raus. Der Schlager Milan gegen Real endet unentschieden. Chelsea, Manchester und Porto steigen auf.

"Wir fahren nach München, um zu gewinnen", hatte Girondins Bordeaux-Profi Matthieu Chalme vor dem Champions League-Match beim FC Bayern gemeint. Wurde der Franzose vor dem Spiel in München noch ein wenig belächelt, verging den Fans des deutschen Rekordmeisters spätestens bei Schlusspfiff das Lachen. Mit einer ganz schwachen Leistung verlor Bayern nach dem 1:2 in Bordeaux vor zwei Wochen auch das Rückspiel. Nach der 0:2-Niederlage stehen die Münchner kurz vor dem Aus in der Champions League. Die Franzosen haben dagegen den Aufstieg schon in der Tasche.

Gruppe A: Bayern ganz schwach

Bordeaux hatte in der 32. Minute Glück, dass ein Handspiel von Ciani nach einem Klose-Schuss nicht mit einem Elfer bestraft wurde. Sechs Minuten später ging Frankreichs Meister durch einen Kopfball von Yoann Gourcuff selbst in Führung. Bayerns Tormann Hans-Jörg Butt sah bei dem Treffer nicht gut aus. Nach dem Seitenwechsel warfen die Münchner alles nach vorn, Arjen Robbens (62.) Schuss strich knapp am langen Eck vorbei. Danach ergaben sich die Bayern aber merkwürdigerweise in ihr Schicksal, es waren kaum noch zwingende Aktionen zu sehen. In der 90. Minute besiegelte Marouane Chamakh mit seinem Tor das Schicksal der Münchner. Auch bei diesem Treffer sah die Bayern-Defensive alles andere als professionell aus: Butt und Verteidiger Holger Badstuber behinderten sich gegenseitig, der Marokkaner musste nur noch einschieben. So leicht trafen bisher nur wenige Spieler in der Allianz-Arena gegen die Bayern.

Gruppen-Gegner Juventus Turin - ÖFB-Goalie Alexander Manninger saß auf der Bank - hatte Salzburg-Bezwinger Maccabi Haifa im Griff, Mauro Camoranesi (45.) erzielte das Goldtor. Die Bayern haben als Gruppendritter nun vier Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten Juve. Den Italienern reicht nun bereits ein Unentschieden am letzten Spieltag, wenn die Bayern nach Turin müssen - selbst wenn Juve jetzt am 5. Spieltag in Bordeaux verlieren sollte und Bayern gleichzeitig Haifa zuhause besiegt.

>>> Die Tabelle der Gruppe A

Gruppe C: Ronaldinho kann noch treffen

Der große Schlager zwischen dem AC Milan und Real Madrid endete 1:1. Real Madrid stand unter Erfolgszwang. Die 2:3-Niederlage zuletzt zu Hause gegen AC Mailand und wenig überzeugende Vorstellungen in den heimischen Bewerben hatten den Druck erhöht. Folglich war es nicht das Wiedersehen von Kaká mit seinem italienischen Ex-Klub, das im Mittelpunkt stand, sondern das Schicksal von Real-Trainer Manuel Pellegrini. Denn dem Vernehmen nach soll Roberto Mancini bereits als Nachfolger in den Startlöchern stehen.
Dennoch war es der Ex-„Rossoneri" Kaká, der für die erste große Aktion sorgte. Der Real-Spieler leistete die Vorarbeit für den Führungstreffer der Spanier, den Benzema (29. Minute) erzielte. Doch durch einen zweifelhaften Handselfmeter gelang AC Milan der Ausgleich. Der Torschütze war kein Unbekannter: Ronaldinho kam durch seinen Penalty (35. Minute) zu seinem ersten Torerfolg in der Champions League seit September 2007. Nachdem vier Minuten später der Treffer seines groß aufspielenden Mannschaftskollegen Pato nicht gegeben wurde, war die Luft aus der Partie draußen, es blieb beim 1:1. Ein Punkt, der Pellegrini nur wenig weiterhelfen dürfte.

Im Parallelspiel besiegte Olympique Marseille den FC Zürich daheim klar 6:1. Zürich-Mittelfeldspieler Silvan Aergerter brachte die Franzosen schon nach vier Minuten per Eigentor in Führung, in der elften Minute erhöhte Fabrice Abriel per direkt verwandeltem Freistoß aus 25 Metern auf 2:0. Die Schweizer kamen durch Alexandre Alphonse zwar noch zum Anschlusstreffer (31.) und gingen mit 1:2 in die Pause, doch nach Seitenwechsel stellte Mamadou Niang den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her (51.). In den letzten zehn Minuten brachen bei Zürich alle Dämme: Hilton per Weitschuss (80.), Benoit Cheyrou (87.) und Brandao (89.) schossen einen Kantersieg heraus. Mit nun sechs Punkten bleibt Marseille Real und Milan (je sieben) auf den Fersen.

>>> Die Tabelle der Gruppe C

Gruppe D: Beide Aufsteiger fix

Auch der FC Chelsea hat den Aufstieg geschafft - wenn es auch ein härteres Stück Arbeit war als gedacht. Im Auswärtsspiel bei Atletico Madrid gerieten die "Blues" in der 66. Minute durch das erste Champions League-Saisontor der Spanier in Rückstand. "Joker" Sergio Aguero traf nur zwölf Minuten nach seiner Einwechslung. Chelsea drehte die Partie zwar noch durch einen späten Drogba-Doppelpack (83./88.) und sah schon wie der sichere Sieger aus, doch auch Aguero hatte noch ein Ass im Ärmel: In der 90. Minute verwandelte er einen Freistoß direkt zum 2:2-Endstand. Das Remis reichte Chelsea dennoch zum Weiterkommen, für Atletico endet die Champions League nach der Gruppenphase.

Der FC Porto erreichte bei APOEL Nikosia durch ein spätes Tor von Falcao (84.) einen 1:0-Erfolg und steht ebenfalls im Achtelfinale.

>>> Die Tabelle der Gruppe D

Gruppe B: "ManU" beweist Stehvermögen

Auch Manchester United steht nach einem glücklichen 3:3 gegen ZSKA Moskau im Achtelfinale: Die Führung der Russen durch Alan Dzagoew (25.) konnte Michael Owen (29.) zwar postwendend ausgleichen, doch Moskau ging quasi im Gegenzug wieder durch Milos Krasic in Führung. Was immer sich "ManU" in der Pause vorgenommen hatte, es wurde durch das 1:3 von ZSKA-Verteidiger Vasiliy Berezutskiy über den Haufen geworfen. Der Russe traf in der 47. Minute per Kopf nach einem Freistoß. Doch die Briten gaben sich nicht auf und kamen durch Paul Scholes (84.) noch zum Anschlusstor. In der 91. Minute wurde Antonio Valencia dann endgültig zum Russenschreck: Sein abgefälschter Schuss landete im Tor, sein 3:3 war der zweite wichtige Treffer gegen ZSKA nach dem 1:0 im "Hinspiel".

Im zweiten Spiel der Gruppe siegte der VfL Wolfsburg bei Besiktas 3:0. ÖFB-Legionär Ekrem Dag spielte bei den Türken durch, konnte aber keine Akzente setzen. Der deutsche Meister ging durch einen präzisen 25-Meter-Schuss von Spielmacher Zvjezdan Misimovic früh in Führung (14.) und hatte in der Folge den Gegner im Griff. Der gefürchtete Angriffswirbel der Türken blieb weitgehend aus, die wenig gefährlichen vereinzelten Attacken brachten die Deutschen nicht aus dem Konzept. Nach dem 2:0 durch Gentner (80.) fügte sich Besiktas in sein Schicksal, Stürmerstar Edin Dzeko legte in der 87. Minute noch einen Treffer drauf.

>>> Die Tabelle der Gruppe B

Faktbox


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com