Nach der Niederlage der ägyptischen Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Algerien haben Donnerstagnacht rund 2500 wütende Fans vor der algerischen Botschaft in Kairo randaliert. Sie verbrannten algerische Fahnen, riefen "algerische Diplomaten raus aus Ägypten" und warfen mit Steinen nach den Polizisten, die ihnen den Weg zu der Botschaft im Stadtteil Zamalek versperrten.
Die Polizei schlug mit Knüppeln zurück, nahm aber niemanden fest. Nach einigen Stunden kehrte wieder Ruhe ein, nachdem Anwohner die vorwiegend jungen Randalierer davon überzeugt hatten, "dass es doch nicht richtig ist, wenn sich die Ägypter untereinander prügeln".
Algerien hatte Ägypten am Mittwoch im Relegationsspiel, das im Sudan ausgetragen wurde, mit 1:0 besiegt und sich damit für die Fußball-WM 2010 qualifiziert. Nach Spielende schlugen algerische Fans in Khartum auf ägyptische Zuschauer ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kairo wurden dabei 21 Ägypter verletzt.
145 Menschen erlitten Herzanfall
Bei den Jubelfeiern in Algerien über die gelungene WM-Qualifikation ist es zu zahlreichen Unfällen mit insgesamt 14 Toten gekommen. Mehr als 250 Menschen seien bei etwa 175 Unfällen verletzt worden, teilten die Behörden mit. Zudem hätten 145 Menschen infolge der Feiern Herzanfälle erlitten, davon sei jedoch keiner tödlich verlaufen.
Ausschreitungen vor Heimspiel
Am vergangenen Wochenende war es bereits vor und nach dem Heimspiel Ägyptens gegen Algerien in Kairo zu Ausschreitungen gekommen, in deren Verlauf neben vielen Fußballfans auch einige algerische Spieler verletzt wurden. Mit dem 2:0 im letzten Gruppen-Spiel hatte Ägypten am Samstag das Entscheidungsmatch im Sudan erzwungen.
Der Streit der Fußballfans, der von einigen Medien in beiden Staaten angeheizt worden war, hat inzwischen auch die Politik erfasst. Nach den Krawallen in Khartum berief das ägyptische Außenministerium am Donnerstag seinen Botschafter aus Algerien zu Konsultationen nach Kairo zurück.