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1:1 - Austria vergibt greifbaren Sieg gegen Salzburg

21.03.2010 | 17:53 | Von WOLFGANG WIEDERSTEIN (DiePresse.com)

Meister Salzburg hat im Titelrennen der Fußball-Bundesliga den Abstand auf die schärfsten Verfolger gehalten. Die Wiener Austria ließ die Elferchance zum 2:0 ungenützt und handelte sich das 1:1 ein.

Die Austria probierte es daheim im Horrstadion im Schlager der Runde in roten Dressen. Für die Afrika-Hilfe und für den Kampf gegen Aids verzichtete man sogar auf die traditionellen Heimtrikots. Und in fremden Gewändern machten die Wiener eigentlich ganz gute Figur. Sie versteckten sich nicht vor dem Meister, dabei musste man auf einige Schlüsselspieler verzichten. Baumgartlinger, der Defensiv-Allrounder, hatte sich eine Sperre im Derby eingehandelt, auch Acimovic, der Denker und Lenker, hatte sich gegen den Erzrivalen zu einer Entgleisung hinreißen lassen. Abwehrchef Bak wiederum wurde nicht rechtzeitig fit, der Oberschenkel zwickt.

Trainer Karl Daxbacher musste also seine Mannschaft umstellen, er setzte auf Sulimani, Ortlechner und eine zweite Spitze neben Roland Linz. Schumacher – übrigens der einzige Legionär bei der Austria – war es auch, der die erste Möglichkeit vorfand. Er trickste Dudic aus, scheiterte aber an Salzburg-Tormann Gustafsson.

Ein kleines Traumtor

Es schien, als ob die Austrianer Lunte gerochen hatten. Die Salzburger wirkten etwas überrascht, mitunter auch ein wenig unbeholfen. Sie packten den Knüppel aus, gingen kompromisslos zur Sache. Vor allem Zlatko Junuzovic, der im Zentrum versuchte die Fäden zu ziehen, bekam einige Schläge ab. Eine Attacke von Dudic war Dunkelgelb.

Sehenswert dann Austrias Aktion, die zur 1:0-Führung führte. Hattenberger verlängerte eine Flanke per Kopf im Strafraum, Roland Linz war dort, wo ein Torjäger zu sein hat. Der Heimkehrer lieferte eine akrobatische Einlage, übernahm das Leder volley in der Luft liegend – und ließ Salzburg-Torhüter Eddie Gustafsson keine Chance (21. Minute). Ein kleines Traumtor, in dieser Liga nicht alltäglich.

Der dritte Treffer im Frühjahr beflügelte Linz, denn er holte später auch einen Elfmeter heraus. Der Stürmer suchte den Zweikampf mit Schiemer, es kam zum Körperkontakt im Strafraum, Schiedsrichter Schörgenhofer entschied auf Strafstoß. Der Gefoulte schnappte sich den Ball, trat selbst an. Aber Roland Linz traf den Ball nicht voll, blieb ein wenig im rasen hängen und das Unheil begann seinen Lauf zu nehmen. Gustafsson konnte den Schuss parieren, Linz griff sich an den Oberschenkel. Eine Blessur wurde akut, ein Muskelfaserriss wurde befürchtet.

Dragovic unter Beobachtung

Teamchef Didi Constantini fand Gefallen am Schlager im Horrstadion, er amüsierte sich auf der Tribüne, bekam immerhin einige Team-Kandidaten zu sehen. Vor allem seinen Paradesturm, der in Diensten der Salzburger steht. Marc Janko wurde von Trainer Huub Stevens wieder mit Roman Wallner zusammengespannt, wobei der Neuzugang aus Linz eher aus der zweiten Etappe kam. Die Durchschlagskraft hielt sich in Grenzen, weil Austrias Defensivabteilung mit Teamverteidiger Dragovic ihre Sache gut machte. Auch der junge Torhüter Lindner ist ein Versprechen für die Zukunft, er ist ein würdiger Ersatz für die verletzten Safar und Almer.

Der junge Dragovic wurde im Horrstadion übrigens von italienischen Klubs beobachtet, die Herren im feinen Tuch und mit den dunklen Sonnenbrillen waren nicht zu übersehen.

Zickler, der Jolly Joker

Aber die Austria machte den Fehler, die Rechnung ohne Alexander Zickler machen zu wollen. Der Routinier kam, sah – und avancierte zum Jolly Joker. Der alte Haudegen verwertete ein Leitgeb-Zuspiel in verlässlicher Manier (80.). Zu einem Zeitpunkt, als der Meister fast schon wie ein Verlierer ausgesehen hatte.


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