Wien (red.). Der „Geist des Turniers“ sei ausgezeichnet gewesen, die Stimmung passte, die Fußball-Spiele der Euro 2008 auch, also wollte Uefa-Präsident Michel Platini über das erste Fußball-Großereignis in seiner Ägide einfach nur glücklich sein. Auch deshalb, weil der Nettogewinn für die Uefa um fünf Prozent höher liege als noch vor vier Jahren in Portugal. Die Einnahmen liegen insgesamt bei 1,3 Milliarden Euro, 60 Prozent davon stammen aus TV-Geldern. Der finanzielle Gewinn werde an die 53 Mitgliederverbände weitergegeben.
Aufstockung beschlossen?
So sehr sich Platini über die Gegenwart erfreut zeigte, so intensiv aber muss sich der Franzose bereits mit der Zukunft auseinander setzen. Vor allem das Thema „Aufstockung“ – künftig sollen bei einer Europameisterschaft nicht mehr 16, sondern 24 Teams mitspielen – sorgte zuletzt für Unruhe in den eigenen Reigen. Kleinere Nationen jubeln, da für sie die Chance größer wird, bei einem Großereignis dabei zu sein. Gegner jedoch befürchten eine vehemente Abwertung des Turniers. Einen Qualitätsverlust stritt der seit kurzem 53-jährige Platini ab: „Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich habe die Europameisterschaft gewonnen, als es nur acht Teams waren“. Die Aufstockung ab dem Jahr 2016 scheint damit bereits beschlossene Sache zu sein. Die Empfehlung dürfte akzeptiert worden sein, die Absegnung des formalen Antrags bei der Sitzung des Exekutivkomitees im September erfolgen.
Ein Krisenherd ist für Platini hingegen noch die Endrunde 2012 in Polen und Ukraine. Er schloss eine Neuvergabe nur unter einer Bedingung aus: „Wenn es in Warschau und Kiew keine Stadien gibt, findet die EM dort nicht statt!“ Alles andere seien nur gesteuerte Stories aus der Gerüchteküche. Eine Entscheidung werde es nach dem Besuch einer zwölfköpfigen Delegation, der auch der Europameister von 1984 angehört, ebenfalls im September geben.
„Ich habe die EM gewonnen, als es nur acht Teams waren.“
Zuletzt hatte es wiederholt Berichte über Probleme in Polen (Schmiergeld-Affäre, Hooligans) und der Ukraine gegeben. Vor allem die benötigte Infrastruktur soll beiden Ländern große Probleme bereiten. Besonders in Kiew stockt der Stadionbau, in dieser Woche hatte die Regierung einen Vertrag mit einem taiwanesischen Baukonsortium gekündigt.