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Cristiano Ronaldo: Die Kunst der perfekten Vermarktung

22.06.2012 | 18:35 |  (Die Presse)

Der portugiesische Superstar verdient im Jahr insgesamt 33,6 Millionen Euro. Aber auch die Werbefirmen leben sehr gut von ihm. „Er bietet für jeden etwas.“

Wien/Ww. Er zeigt gerne seine Muskeln, seinen gestählten Körper, er ist eitel, wirkt arrogant – er ist erfolgreich. Und er ist vor allem auch eine Werbe-Ikone. Nicht irgendeine wie vielleicht Mario Gomez, sondern die größte Werbe-Ikone dieser Fußball-Europameisterschaft. Cristiano Ronaldo bedient eine beeindruckende Marketingmaschine, Weltfirmen jagen ihn. Nike, Suzuki oder Armani verdienen Millionen mit dem portugiesischen Superstar von Real Madrid, machen Ronaldo wiederum zu einem vielfachen Millionär.

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Das „Forbes Magazin“ beziffert sein Gesamtjahreseinkommen auf 33,6 Millionen Euro. Nur ein Fußballer kann ihm immer noch das Wasser reichen: David Beckham. Der in die Jahre gekommene Engländer und ehemalige Teamkapitän der „Three Lions“, liegt bei 36,4 Millionen. Er befindet sich aber im Gegensatz zu Ronaldo eher im Sinkflug.

 

Die Marke CR7

Ronaldo macht Geld, richtig viel Geld. Der teuerste Kicker auf diesem Planeten verdient 92.000 Euro. Nicht im Monat, sondern am Tag. Und die Investoren scheffeln ordentlich mit. Für den spanischen Rekordmeister beginnt sich die Rekordsumme von 94 Millionen Euro, die er 2009 an Manchester United überwies, angeblich langsam zu rentieren. Real verkauft pro Jahr bis zu 1,5 Millionen Trikots mit Ronaldos Nr.7. Die Tatsache, dass von den Verkaufserlösen fünfzig Prozent in Ronaldos Tasche fließen, ändert nichts am enormen Profit, den der Superstar abwirft.

Für das Saisonabschlussmatch in Kuwait kassierte Real vor einem Monat einen knapp zweistelligen Millionenbetrag. Dieser wurde in vollem Umfang fällig, weil Ronaldo bei diesem Gastspielchen tatsächlich dabei war. Auch in Asien sind sie ganz wild auf ihn, ein Fuji-Werbespot mit Ronaldo war der große Renner. Dabei wurde ein riesiger schwarzer Kampfstier schnaubend gezeigt. Das wilde Tier scharrt mit dem Huf und stürzt sich dann auf den Superstar. Cristiano Ronaldo bleibt bei diesen Szenen freilich völlig cool und dribbelt den Kampfstier einfach schwindlig.

Der 27-jährige Portugiese ist unter den Fußballern die weltweite Nr. 1 bei Facebook (45 Millionen Fans) und Twitter (10 Mio. Follower). Ronaldo denkt aber auch auf den Social-Media-Plattformen an seine Geldgeber, es finden sich viele Links zu Werbefilmen.

Im vergangenen Jahr brachte Nike eine komplette Kollektion aus Ronaldos eigenem Modelabel CR7 auf den Markt. Die Produkte spiegelten einen „einzigartigen Stil und Individualismus“, wie das Modeportal „genussmaenner.de“ feststellte. Nike stockte Ronaldos Salär von 4,5 auf 6 Millionen Euro pro Jahr auf.

„Nike möchte Attribute wie Jugendlichkeit, sportlichen Erfolg, Heldentum, Extravaganz und Attraktivität auf sich vereinen. All das verkörpert Ronaldo wie derzeit kein Zweiter“, sagt Oliver Nixdorf, Inhaber der Personal- und Unternehmensberatung Nixdorf Consulting: „Auch ein negatives Attribut wie Arroganz ist dabei kalkuliert, denn Nike will nicht everybody's Darling sein.“

Frank Ekelmann, Gesellschafter der Werbeagentur Raum II, hebt Ronaldos Aussehen hervor: „Es ist wie bei Justin Bieber – die Optik spielt eine gewaltige Rolle. Für die echten Macho-Männer ist er zu soft, aber ansonsten bietet er für jeden etwas, vor allem für die Frauen.“ Kein Zufall, dass er Beckham als Armani-Model abgelöst hat.

Cristiano Ronaldo ist omnipräsent. Das ist nicht immer zwingend mit sportlichen Erfolgen verbunden. Wenige Tage nach Portugals Achtelfinal-Aus bei der WM 2010 gegen Spanien vermeldete Ronaldo, dass er Vater geworden sei. Die Identität der Mutter aber wollte er nicht preisgeben. Das reichte für weitere Schlagzeilen.

 

Ronaldo-Manager hat ausgesorgt

Einer der größten Profiteure ist sein Berater Jorge Mendes. Der ehemalige Videothekenbesitzer ist heute einer der einflussreichsten Hintermänner. Nachdem er den 17-jährigen Ronaldo 2003 für 17 Mio. Euro von Sporting Lissabon nach Manchester transferiert hatte, startete Mendes durch.

Neben fast der kompletten portugiesischen Nationalmannschaft steht bei seiner Berateragentur Gestifute auch Real-Coach José Mourinho unter Vertrag. An Ronaldos Wechsel nach Madrid verdiente Mendes die üblichen fünf Prozent, das macht 4,7 Mio. Euro. Mittlerweile stehen 79 Spieler bei Gestifute unter Vertrag, kumulierter Marktwert laut transfermarkt.de mehr als eine halbe Milliarde Euro.

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