Radprofi Bernhard Kohl hat sich erstmals zu den am Montag öffentlich gewordenen positiven Doping-Tests bei der Tour de France geäußert. "Ich brauche noch Zeit, um mich zu sammeln und wieder klar denken zu können", zitierte das Internetportal des ORF den Tour-de-France-Dritten, der bei Bestätigung durch die B-Proben mit einer zweijährigen Sperre rechnen muss, am Dienstag. Der Niederösterreicher betonte, er werde "zeitnah und noch vor der Öffnung der B-Proben" bei einer Pressekonferenz in Wien Stellung beziehen.
Eine konkrete Erklärung zum Dopingverdacht gab der 26-jährige Wolkersdorfer nicht ab. "Ich bitte auch meine Fans um Verständnis dafür, dass ich mich aufgrund der Schwere der gegen mich erhobenen Vorwürfe dazu vorerst nicht äußern kann", sagte der Tour-Bergkönig.
Auch gegenüber seinem Sponsor Erybol hat sich Kohl zu Wort gemeldet. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Wissentlich habe ich nichts Verbotenes zu mir genommen. Für mich bricht derzeit eine Welt zusammen", war am Dienstag auf der Internet-Homepage des Nahrungsergänzungsproduktes (erybol.com), für das Kohl die Werbetrommel rührt, zu lesen.
Geschäftsführer der Firma, die Erybol vertreibt, ist Manfred Kiesl. Im Kühlschrank des Fitnessstudio-Betreibers und Ehemannes von Ex-Leichtathletin Theresia Kiesl war im Jahr 1997 große Mengen Anabolika-Präparate gefunden worden.
Kohls aktueller Manager Stefan Matschiner, mit dem Manfred Kiesl bis vor einigen Jahren eine Athleten-Agentur betrieb, war in den Vernehmungsprotokollen der ÖSV-Untersuchungskommission zu den Doping-Skandal bei Olympia in Turin aufgetaucht. Der ehemalige Leichtathlet war laut eigener Aussage auf Einladung von Walter Mayer als Privatperson bei den Olympischen Spielen 2006.