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Eisschnelllauf: Dopingsperre für Claudia Pechstein

03.07.2009 | 20:33 |  (DiePresse.com)

Die erfolgreichste deutsche Winterolympionikin aller Zeiten wurde des Blutdopings überführt. Doch Claudia Pechstein und der Eisschnellauf-Verband wehren sich: "Die Sperre stützt sich ausschließlich auf Indizien".

Die fünffache Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein aus Deutschland ist des Blutdopings überführt worden. Wie die Internationale Eislauf-Union (ISU) am Freitag mitteilte, wurde die 37-jährige Berlinerin bei den Mehrkampf-Weltmeisterschaften am 7. Februar in Hamar (Norwegen) positiv getestet. Die ISU hat sie bereits für zwei Jahre gesperrt.

In der Disziplinarkommission der ISU, die die Sperre aussprach, hatten sich drei Funktionäre zu einem Urteil durchgerungen, obwohl auch einige Gutachter eingeräumt hatten, dass die anomalen Blutwerte Pechsteins auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden könnten.

"Sperre nur aufgrund von Indizien"

Nach der WM im Februar war Pechstein von der Bildfläche verschwunden mit dem Hinweis, dass sie nach Hamar nicht wieder zu alter Form gefunden hätte. Vor den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften Anfang März auf der Olympia-Bahn in Richmond hatte schließlich eine Moderatorin im NOS-Fernsehen darauf hingewiesen, dass es Doping-Gerüchte rund um das deutsche Team gebe. Empört hatten sich alle Verantwortlichen dagegen verwahrt und der Journalistin sogar mit rechtlichen Schritten gedroht.

Mit einer schriftlichen Stellungnahme, "um mögliche Fehlinterpretationen" vorzubeugen, haben sich Claudia Pechstein und die Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft (DESG) an die Öffentlichkeit gewandt. Der Dopingvorwurf beruhe auf angeblich überhöhte Retikulozytenwerte, die die ISU im Blutbild der Athletin festgestellt haben will, hieß es in der Erklärung. Womit sich die ausgesprochene Sperre ausschließlich auf Indizien stütze. Pechstein wird gemeinsam mit der DESG gegen das Urteil Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einlegen.

Wissenschaftliche Zweifel

Weiters lautet es: "Sämtliche bei Claudia Pechstein bislang entnommenen Dopingproben hatten einen negativen Befund. Dadurch unterscheidet sich der Fall maßgeblich von den aktuellen Dopingfällen insbesondere im Radsport."

In dem Verfahren seien mehrere Sachverständige zu den wissenschaftlich noch nicht verlässlich abgesicherten Zusammenhängen zwischen überhöhten Retikulozytenwerten und Dopingmethoden gehört worden. Hierbei habe sich herausgestellt, dass die erhöhten Werte auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden können, beispielsweise auf eine genetische Blutkrankheit: "Dennoch folgte das rein aus ISU-Mitgliedern besetzte Schiedsgericht ausschließlich der Anklage."

Fünffache Olympiasiegerin

Die Deutsche holte von 1992 bis 2006 neben den fünf goldenen Olympiamedaillen noch zweimal Silber und zweimal Bronze. Zudem gewann sie sechsmal WM-Gold.


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